Startseite / Stadtleben | Traumjob / »Positive Erwartung ist der Schlüssel«

»Positive Erwartung ist der Schlüssel«

Matthias Köhler, 33, Chef der Adety GmbH, über kinderleicht bedienbare Softwaresysteme, 60-Stunden-Wochen und Wochenenden im Spaßbad

Meine Karriere verlief zunächst klassisch. Nach Banklehre und Informatikstudium arbeitete ich jahrelang in einem großen Software-Unternehmen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. 2005 war ich als damaliger Präsident des Football-Vereins Leipzig Lions auf der Suche nach einer Location für die Superbowl-Party.

Meine Karriere verlief zunächst klassisch. Nach Banklehre und Informatikstudium arbeitete ich jahrelang in einem großen Software-Unternehmen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. 2005 war ich als damaliger Präsident des Football-Vereins Leipzig Lions auf der Suche nach einer Location für die Superbowl-Party. Sie fand dann im StarClub in der Marktgalerie statt. Dort hatte ich ein sehr angenehmes Gespräch mit dem Geschäftsführer. Er war zugleich Chef einer IT-Firma und bot mir an, die Software einmal anzugucken. Gesagt, getan. Ich habe mir dann die Website angeschaut und gedacht: Bastelbude! Wenn sie nur 20 Prozent von dem halten, was sie versprechen, dann sind sie wirklich gut.

Es ergab sich, dass bald darauf der Chefentwickler des Systems in Leipzig war, und so stattete ich ihm einen Besuch ab. Die Software stellte sich tatsächlich als makellos heraus. Ich war fasziniert. Dass man Datenanalysen mit zwei, drei Klicks selbst machen kann, fand ich nach 15 Jahren in der IT-Branche unglaublich.
Ich begann, mit der Selbstständigkeit zu liebäugeln. Wenn man einen Job hat, der einem relative Sicherheit als Angestellter bietet und auch nicht schlecht bezahlt wird, fragt man sich natürlich: Soll ich mich selbstständig machen oder lieber nicht?

Ich begann mit der Selbstständigkeit zu liebäugeln

Ich bin dann zur Cebit gefahren, um mir mal anzuschauen, wie andere das so angehen. Danach habe ich mit meiner Frau gesprochen und bin zu dem Entschluss gekommen: Ich machs! Wie das so ist als Selbstständiger, hatte ich bald die eine oder andere schlaflose Nacht. Zum Glück konnten wir aber gleich mit einem riesigen Kunden starten: BMW. Dabei haben wir gegen einen Global Player geboten – und gewonnen.

Die Aufträge stiegen seitdem stetig, und jetzt, ein Jahr später, sind wir ein tolles Team von 13 Mitarbeitern im Unternehmen. Ich bin in meiner Entscheidung immer bestätigt worden – auch wenn alles viel Einsatz und Zeit kostet. Das ist es wert. Möglich wird das natürlich nur, weil meine Frau mitzieht und mir den Rücken freihält. Kinder, Haus und Beruf unter einen Hut zu bekommen – das ist eine Wahnsinnsleistung, aber nur so funktioniert es.

Schwierig war auch, dass der Industriebereich – in dem ich mich überhaupt nicht auskannte – eine andere Zahlungsmoral hat. Eine Bank zahlt auf den Tag genau. Bei wirtschaftlich agierenden Unternehmen ist das Zahlungsziel eher ein freundlicher Hinweis als eine dingliche Vereinbarung. Das macht einem, gerade am Anfang, natürlich schwer zu schaffen. Diese und andere Hürden wollte ich bestmöglich nehmen und nahm darum Kontakt zu einem guten Bekannten auf, der ehemaliger Betriebsvorstand der Dresdner Vermögensberatung ist. Ich bat ihn, dass er mich als Kaufmann unterstützt. Seine geschäftlichen Erfahrungen sind ein wahrer Segen für die Adety GmbH.
Alles in allem habe ich trotz Schwierigkeiten meine Entscheidung nie bereut. Beim Football, dem ich immer noch sehr verbunden bin, sagt man: Spiele jeden Spielzug, als wäre es dein letzter! Das ist mein Leitsatz. Den Gedanken ans Scheitern gibt es nicht. Positive Erwartung ist der Schlüssel. Wir haben eine Absagequote von unter zwei Prozent – 98 Prozent der Präsentationstermine münden in Aufträge.

Adety GmbH

Der Unterschied zu anderen Unternehmen in der Branche ist die Philosophie. Unser Produkt hat die Philosophie der Selbstverantwortung. Die Intention ist es, IT wieder einfach zu machen. Einfache Funktionen, einfache Bedienung und einfache, schnelle Ergebnisse. Wir bemühen uns, das beizubehalten. Dafür musst du die Brille des Endanwenders immer wieder aufsetzen. Es ist nicht unsere Absicht, den Kunden in eine Abhängigkeit zu manövrieren, sondern sie können das System einfach selbst bedienen. Professionalität und unsere Versprechen einzuhalten ist uns das Wichtigste.
Eine 60-Stunden-Woche muss man dafür natürlich in Kauf nehmen. Wenn ich meinen Kindern aber versprochen habe, am Wochenende gehts ins Spaßbad, dann sind diese Zeiten oberstes Gebot. Sofern ich in Leipzig bin, bringe ich sie auch jeden Tag ins Bett. Abends vorlesen ist mir heilig. Wir wohnen auch gleich um die Ecke, denn es war mir wichtig, dass mein Großer nach der Schule einfach zu mir ins Büro kommen kann. Der Standort Markkleeberg war also eine bewusste Entscheidung. Zudem habe ich einen herrlichen Blick über den See. Und man sagt ja: So weit man gucken kann, kann man auch denken.

Matthias Köhler, 33, Lehre zum Bankkaufmann, berufsbegleitendes Informatikstudium, 10 Jahre Deutsche Bank, ab 2000 in einem Software-Unternehmen tätig, seit Ende 2006 Geschäftsführer der Adety GmbH mit Sitz in Markkleeberg, http://www.adety.com
Magazin

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.