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Mac-mit-Becks-Generation

Seit Donnerstag in den Kinos: »Berlin am Meer« hätte eine längst fällige Kulturkritik des hippen Szenemilieus liefern können

In Wolfgang Eißlers Erstlingsfilm »Berlin am Meer« wird die Hauptstadt zur Insel emotionaler Wirrungen und Irrungen einer Clique um die angehenden Berufsjugendlichen Tom und Malte – Robert Stadtlober und Axel Schreiber. Im trendigen Kosmos studentischer Lebensfreude bestimmen Musik, Auflegen in den Clubs, Drogen und Kellnern die Nacht und den Tag.

In Wolfgang Eißlers Erstlingsfilm »Berlin am Meer« wird die Hauptstadt zur Insel emotionaler Irrungen und Wirrungen einer Clique um die angehenden Berufsjugendlichen Tom und Malte – Robert Stadtlober und Axel Schreiber. Im trendigen Kosmos studentischer Lebensfreude bestimmen Musik, Auflegen in den Clubs, Drogen und Kellnern die Nacht und den Tag.

Schließlich kommt aus München die Politikstudentin Mavie (Anna Brüggemann) für ein Praktikum nach Berlin und zieht in die WG der Freunde ein. Das sorgt für mächtig viel Aufregung. Für das Publikum beginnen dann weniger aufregende Minuten. Bis zur Szene, als Mavie auf die Frage, ob ihr Berlin gefalle, antwortet: »Die Leute sind mir ein bisschen zu aufgeregt und der Hype hat mich schon immer genervt.« – Hoppla, das verschlabbert einem ja glatt den Milchkaffee! Zum Glück ist die Umhängetasche der Marke Freitag aus wasserabweisender LKW-Plane.

Brüggemann und Stadtlober: Albertina-Feeling

Was ist dran am szenigen Getue? Wer sind eigentlich die Vertreter der Mac-mit-Becks-Generation, die so gerne Turnschuhe tragen und stets Projekte, Projekte, Projekte im Sinn haben? Was steckt hinter diesen Codes, die ein Milieu beschreiben, das auch im Dreieck von Uni-Bibliothek, HGB und Cafe Cantona herrscht?

Statt einer selbstironischen Durchdringung des Szenemilieus lässt »Berlin am Meer« die aufgeregte Hipness an der Oberfläche schwimmen. Für die Helden wie für den Film selbst ist die Musik das bestimmende Motiv. Songs von »Jeans Team«, »Radiopilot« und »Wir sind Helden« tragen dazu bei, dass »Berlin am Meer« sein Publikum findet und der peppig-poppige Soundtrack seine Käufer. Mehr aber auch nicht.

Der Plot um diverse Konflikte und sommerliche Liebeleien kommt ziemlich spannungsarm und vorhersehbar daher. »Berlin am Meer« zielt nicht auf den Grund der Aufregung und den Hype, wofür die Zeit nun endlich mal reif wäre. Sondern er versinkt in der Belanglosigkeit einer auf Spielfilmlänge getunten Zigarettenwerbung – ja richtig, die mit 2raumwohnungs-Tralala vom »Wir trafen uns in einem Garten«, die konsequenterweise auch im Film zu hören ist.

28.2.-12.3., Cineding
Film

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