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Nazis instrumentalisieren Disco-Toten

NPD und freie Kräfte demonstrieren am Samstag gegen »kriminelle Ausländer«, der OBM ruft zum friedlichen Protest gegen Rechts auf.

Die NPD hat für den kommenden Samstag eine Demonstration in der Innenstadt angemeldet. Unter dem Motto »Für ein gastfreundliches Leipzig – kriminelle Ausländer raus« wollen sich die Rechten zur Auftaktkundgebung am Augustusplatz treffen. Auch die so genannten »freien Kräfte« in Leipzig und Umgebung mobilisieren ihre Anhänger, daher wird mit einer großen Teilnehmerzahl gerechnet. Einzelheiten zur Demostrecke sind noch nicht bekannt.

Die NPD hat für den kommenden Samstag eine Demonstration in der Innenstadt angemeldet. Unter dem Motto »Für ein gastfreundliches Leipzig – kriminelle Ausländer raus« wollen sich die Rechten zur Auftaktkundgebung am Augustusplatz treffen. Auch die so genannten »freien Kräfte« in Leipzig und Umgebung mobilisieren ihre Anhänger, daher wird mit einer großen Teilnehmerzahl gerechnet. Einzelheiten zur Demostrecke sind noch nicht bekannt.

Anlass für die Demonstration sind die blutigen Auseinandersetzungen vom vergangenen Wochenende, an denen laut Zeugenaussagen eine Gruppe Ausländer maßgeblich beteiligt gewesen sein soll. Dabei wurde ein Mensch erschossen und ein weiterer lebensgefährlich verletzt. NPD und freie Kräfte versuchen nun, diese tragischen Zwischenfälle für sich zu nutzen. Dies bleibt jedoch nicht unwidersprochen, Jusos und Linke fordern die Stadtverwaltung auf, die Demonstration zu verbieten: »Wir bedauern die tödlichen Auseinandersetzungen in der Nacht zum letzten Samstag zutiefst. Diese Ausschreitungen dürfen nicht der Auftakt einer Kette von Gewalttaten werden. Die Verantwortlichen der Stadt müssen verhindern, dass Rechtsextreme öffentlich zu Hass und Gewalt gegen Ausländer aufrufen«, so Daniela Kolbe, Vorsitzende der Jusos Leipzig. Die Stadt prüft derzeit ein Verbot, nachdem die NPD, die die Demonstration angemeldet hat, eine legale Partei ist, gilt dies jedoch als unwahrscheinlich.

Unterdessen rufen viele Gruppierungen zu Gegendemonstrationen auf. Das Bündnis Ladenschluss hat eine Demo angemeldet, die vom Leipziger Süden in die Innenstadt führen soll. Die Auftaktkundgebung soll um 9:30 am Südplatz stattfinden. Auch das Bündnis »Leipziger Freiheit gegen braune Gewalt« ruft zu einer Kundgebung auf. Treffpunkt ist hier der Nikolaikirchhof, die Uhrzeit ist symbolträchtig. Um fünf vor zwölf soll die Veranstaltung beginnen, die neben dem OBM und Christian Wolff auch der kurz vor der Pensionierung stehende Pfarrer Christian Führer unterstützt. Oberbürgermeister Burkhard Jung bittet die Leipziger Bürger, friedlich gegen den Aufmarsch der Rechten zu protestieren. »Wir müssen ein machtvolles Zeichen für das demokratische Grundverständnis unserer Stadt zeigen und den platten Parolen der NPD entgegentreten. Wir lassen uns nicht missbrauchen. Die NPD gehört nicht in unsere Stadt«, so Jung.

Zum Hintergrund: Am vergangenen Samstag war es zunächst vor der Diskothek Schauhaus zu Ausschreitungen gekommen, bei denen nach Polizeiangaben etwa 150 Menschen beteiligt waren. Im Zuge dessen wurde der Chef der Sicherheitsfirma L.E. Security niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Nach einer Notoperation befindet er sich jedoch inzwischen wieder außer Lebensgefahr.
Nach dem Eintreffen der Polizei zogen die Täter in kleinen Gruppen randalierend durch die Innenstadt warfen die Scheiben verschiedener gastronomischer Einrichtungen ein. Vor der Diskothek »Mia’s« in der Kleinen Fleischergasse gab einer von ihnen drei Schüsse ab und tötete einen unbeteiligten Gast, der vor die Tür gegangen war, um eine Zigarette zu rauchen. Zeugenaussagen zufolge war der Täter ein Mann mit dunkler Hautfarbe. Die Behörden vermuten hinter diesen Vorfällen einen Kampf um die Vorherrschaft in der Drogenszene.
Am späten Montagabend steckten Unbekannte eine Turnhalle, in der viele Security-Leute trainieren, in Brand. Das Gebäude wurde komplett zerstört, Menschen wurden aber nicht verletzt. Kurz zuvor war ein Mitarbeiter der Security-Firma Black Rainbow bedroht worden.

Black Rainbow und L.E. Security stellen in vielen Leipziger Diskotheken die Türsteher. Medienberichten zufolge kam es in letzter Zeit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen und eine Gruppe von Ausländern, die den Drogenhandel in den Clubs kontrollieren will.


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