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Akzente in verblichener Eleganz

Nach Baumaßnahmen nimmt der Lindenfels Westflügel im Juli den Spielbetrieb wieder auf

Liebhaber des Figurentheaters können aufatmen: Der Lindenfels Westflügel startet in die neue Spielzeit! Die Enttäuschung im Mai war groß, als die Türen aufgrund einer kurzfristigen Baugenehmigung geschlossen bleiben mussten. Durch städtische Mittel und die Sächsische Aufbaubank unterstützt, wurde die erforderliche Sanierung des Hauses angegangen.

Liebhaber des Figurentheaters können aufatmen: Der Lindenfels Westflügel startet in die neue Spielzeit! Die Enttäuschung im Mai war groß, als die Türen aufgrund einer kurzfristigen Baugenehmigung geschlossen bleiben mussten. Durch städtische Mittel und die Sächsische Aufbaubank unterstützt, wurde die erforderliche Sanierung des Hauses angegangen. Ein Geduldsspiel für alle, die sich auf eine Alternative zum sonst eher leichten Sommertheater gefreut hatten.

Das Jugendstilhaus wurde 1900 als Gesellschaftssaal errichtet, diente zeitweilig als Industriehalle und wurde vom Lindenfels Westflügel e. V. mit dem Ziel erworben, eine Spielstätte für Figurentheater zu etablieren. Den anfangs vereinzelten Veranstaltungen folgte 2006 der erste Spielplan, und mittlerweile ist das Haus zur festen Größe geworden. Das rasche Gedeihen verdankt sich besonders der räumlichen Atmosphäre: Mit brüchig-marodem Charme, seinen Nischen und Winkeln, Mauerdurchbrüchen und Ritzen inspiriert das Gewölbe Künstler wie Publikum.
Figurentheater stellt eine künstlerische Mischform dar, weshalb sich das Zentrum als Schnittstelle begreift. Der Produktionsgedanke bildet den Schwerpunkt und wird durch den Aufbau eines Netzwerkes befördert. So ist der Westflügel Teil des EU-unterstützten Projekts »SONE«, in dem mit Figurentheatern wie der Schaubude (Berlin) und Lilarum (Wien) gemeinsame Produktionen erarbeitet werden.

»Mewa« (»Die Möwe«) ist das erste Stück, das über diese Kooperation entstanden ist. Die Premiere bildet den Auftakt des diesjährigen Sommerspielplans. In ihrer Inszenierung setzt die Kompania Doomsday (Białystok) Tschechows Text visuell reichhaltig um: Nachahmungen der Natur wie Angel-Köder und Plastikblumen dienen ihnen zum mehrdimensionalen Spiel um Kunst und Künstlichkeit.

Im August versinnbildlicht »Das Wunder des heiligen Antonius« mit Lämpchen, Halbleitern und Transistoren die Parallelen von sakraler und elektrischer Energie. Das Festival »OHAYÔ, JAPAN!« bringt Theatergruppen aus verschiedenen Provinzen des Inselstaates zusammen, die vorher noch nie aufeinandergetroffen sind, und macht die Vielfalt der Genres und Ästhetiken erlebbar. Unter dem Arbeitstitel »Auf eigene Faust« entwickelt das Figurentheater Wilde&Vogel, mit der Westflügelproduktion »Spleen« mehrfach preisgekrönt, eine Adaption des Goethe-Klassikers.
Erstmals gibt es einen Winterspielplan: Zweimal im Monat wird ein buntes Bouquet aus Theater, Film und Musik gereicht. Ob dann schon die Heizung installiert ist? Sicher ist: Den Baumaßnahmen zum Trotz wird der Westflügel in verblichener Eleganz auch künftig Akzente setzen.

»Mewa«: Premiere am 24.7., weitere Vorstellungen: 25 – 27.7, je 21 Uhr.
Theater

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