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»Das ist kein Indie«

Wie war das Open Erika am Samstag auf dem Ilses Erika? Von unserer Musikredakteurin Juliane Streich

Das Ilses Erika verabschiedete sich in die herbstliche Sommerpause und lud vorher noch mal zum großen Fest im Hof. Mit Bratwurst, Bier und guter Laune. Für Familie, Kind und Hund.

Das Ilses Erika verabschiedete sich in die herbstliche Sommerpause und lud vorher noch mal zum großen Fest im Hof. Mit Bratwurst, Bier und guter Laune. Für Familie, Kind und Hund.

Julius Fischer eröffnete den Reigen der musikalischen Zerstreuung mit Poetry und Gitarrenbegleitung. Musikalisch nicht unbedingt der Superkönner, textlich offensichtliche Wahrheiten rausschreiend. Wenn irgendwo ein Rehkitz stirbt, stirbt auch irgendwo ein Wald, und da musste man dann doch mal lachen.

Gar nicht mal so witzig waren dann die Jungs von A Heart Is An Airport. Ich-muss-gleich-weinen-Musik im besten Sinne. Wunderschön könnte man auch sagen, wenn es nicht so abgedroschen klingen würde. Dank Ironie und Rumgegrinse dann doch noch heiterer Indiepop.

Aber aufpassen, Indie geht so nicht, sagt Donis. Ist nämlich gar keine Musikrichtung, ist nur die Art des Tonträger vertreibenden Labels. Wer R’n’B hört, sagt ja auch nicht, ich hör Mainstream. Und Recht hat er, der Moderator des Tages. Und doch werden wir ihn trotz besseren Wissens all die nächsten Jahre weiter ignorieren.

Könige der Interaktion mit dem Publikum waren dann die drei Spinner vom Brockdorff Klang Labor. So viel »push your hands up«, dass es kaum zu ertragen war. Geballter Schwachsinn in Skihosen auf der Ikea-Bühne. Aber tanzbar wars, die Stimmung kochte. Und wer »Some girls are bigger than others« covert, kann gar kein schlechter Mensch sein.

Als Headliner der Frischeluftveranstaltung kamen dann Die Sterne. Spielen sie ja derzeit eher solo oder ganz woanders, traten sie nun mal wieder schön gemeinsam auf. Und auch hier gute Laune allerorten. Neue Songs meet alte Kracher aus den Jugendtagen … Wir fanden uns ganz schön bedeutend. Frank Spilker sang und sprang und gab sich redlich Mühe. Doch wollte der Funke nicht so überspringen. Vielleicht lags am Ton, vielleicht an mir. Schön war aber »Ich bin ein ganz normaler Tag«. In diesem Sinne: Fickt das System.

Und danach dann tanzen, tanzen, weitertanzen. Julie und Frau rockt gruben dann auch wieder richtig tief in der Plattenkiste. Pop-pop-populär das Ganze.


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