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Charmante Depression

Die junge englische Band Kyte bringt dramatische Töne ins Panam

Wenn der NME mal wieder anfängt zu jubeln, hat das erst mal nichts zu bedeuten. Schließlich hat das Magazin, das den Hype erfand, jede Woche die neue beste Band der Welt auf ihrem Cover. Eine der neuen NME-Entdeckungen sind Kyte. Fünf Jungs aus der Grafschaft Leicester mit einem Durchschnittsalter von 21.

Wenn der NME mal wieder anfängt zu jubeln, hat das erst mal nichts zu bedeuten. Schließlich hat das Magazin, das den Hype erfand, jede Woche die neue beste Band der Welt auf ihrem Cover. Eine der neuen NME-Entdeckungen sind Kyte. Fünf Jungs aus der Grafschaft Leicester mit einem Durchschnittsalter von 21. (Was man ihnen übrigens durchaus ansieht, aber keinesfalls anhört.) »Kyte will steal your heart as soon as look at you!«, schreiben die Kollegen aus dem Vereinigten Königreich. Und diesmal haben sie nicht übertrieben. Nicht im Geringsten.

Anrührend und fürchterlich dramatisch sind die Töne auf dem jetzt gerade erscheinenden Debütalbum mit dem einfachen Titel »Kyte«. Namen wie Sigur Rós und The Postal Service werden nicht zu Unrecht gerne mal mit ihnen im selben Satz genannt. Schwarze Vögel am weißen Himmel fliegen durch das Album und sind plötzlich Kunst. Songtitel wie »Planet«, »Home« und »Ghosts« beschreiben, worum es hier geht. Epische Hymnen reihen sich aneinander und postrocken die Melancholie. Gerade mal acht Songs haben die Musiker auf ihre Platte gepackt – und dennoch ein Gesamtkunstwerk erschaffen.

Der Eröffnungssong »Boundaries« unterlegt in den Staaten gar den Werbetrailer zur düster-heiteren Mafiaserie »The Sopranos«. Neben amerikanischen Serienfreunden und englischen Gossip-Zeitschriften freut sich auch der asiatische Kontinent über die Musik der talentierten Jungspunde. In Japan war die Tour im Juni bereits Wochen vorher restlos ausverkauft, bei mehr als zehntausend schwerblütigen Japanern liegt die Platte jetzt in der Stereoanlage.
Nun ziehen die Jungs klampfend und in charmanter Depression über das europäische Festland, um auch hier die traurigen Herzen zu stehlen. Könnte schön werden. Und vor allem mehr als nur ein Hype.

Kyte live: 13.9., Café Panam
Musik

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