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»Ich freu mich«

LOFFT-Macher Martin Heering über seine Erwartungen an die Intendanz von Sebastian Hartmann

Kann die Freie Szene von den Veränderungen am Centraltheater profitieren? Martin Heering, Geschäftsführer vom LOFFT, spricht über seine Erwartungen und darüber, wann Sebastian Hartmann zuletzt geklingelt hat

Kann die Freie Szene von den Veränderungen am Centraltheater profitieren? Martin Heering, Geschäftsführer vom LOFFT, spricht über seine Erwartungen und darüber, wann Sebastian Hartmann zuletzt geklingelt hat

kreuzer online: Wie sehen Sie dem Beginn des Centraltheaters entgegen?

MARTIN HEERING: Ich freu mich. Ich glaube, dass es gerade in einem Intendanztheater grundsätzlich gut ist, wenn mal ein neuer Wind weht. Ich denke, dass in Leipzig ein sehr konservativer Blick auf Theater herrscht und viele Leute vielleicht sogar etwas gelangweilt sind von dem Genre. Jetzt kommt jemand, der es aufmischt und wieder interessant macht.

kreuzer online: Sie haben also keine Angst, dass die Leute in Zukunft nur noch ins hippe Centraltheater strömen und niemand mehr ins LOFFT kommt?

HEERING: Ich habe die Hoffnung, dass die Leute grundsätzlich ins Theater strömen. Das war in der letzten Zeit nirgendwo in Leipzig so.

kreuzer online: Sebastian Hartmann will weg vom typischen Abonnenten-Stadttheater und experimentellere Konzepte probieren, die bisher eher der Freien Szene vorbehalten waren. Wie denken Sie darüber?

HEERING: Die Theater haben in den letzten zehn Jahren bemerkt, dass es nicht einfach nur Drama sein muss, sondern auch Theater, also Schau. Das sind Tendenzen, die in der Freien Szene eher entstehen. Weil das Erfolg hatte, sind immer mehr Leute aus der Freien Szene von den Stadttheatern aufgesogen worden, die in diese Häuser neuen Wind hineingebracht haben. Hartmanns Ansatz ist daher die logische Konsequenz.

kreuzer online: Sind die Leipziger Ihrer Meinung nach überhaupt schon reif für so einen jungen, wilden Intendanten?

HEERING: Ja, klar. Vielleicht wird das Publikum ein anderes. Aber alle sind bisher nicht hingegangen und alle werden auch in Zukunft nicht hingehen.

kreuzer online: Hat Herr Hartmann schon beim LOFFT geklingelt und gefragt, ob man nicht mal was zusammen machen will?

HEERING: Das letzte Mal hat er 1997 geklingelt, als er im Beyerhaus Sarah Kane inszenieren wollte. Dann war das wehrtheater hartmann 1999 zur Eröffnung des LOFFT eingeladen. Grundsätzlich gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Ich kann es nur begrüßen, wenn das stattfindet.


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