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»Die perfekte Musiksendung gibt es nicht«

MDR-Sputnik-Programmchef Eric Markuse über perfekte Musiksendungen, Hörerreaktionen und die Zusammenarbeit mit dem Intro-Magazin

Im aktuellen kreuzer werfen wir einen Blick auf die musikalische Radiolandschaft in und um Leipzig. Dazu sprachen wir mit dem Programmchef von MDR Sputnik, Eric Markuse, über das Prinzip Musiksendung.

Im aktuellen kreuzer werfen wir einen Blick auf die musikalische Radiolandschaft in und um Leipzig. Dazu sprachen wir mit dem Programmchef von MDR Sputnik, Eric Markuse, über das Prinzip Musiksendung.

kreuzer online: Was macht eine gute Musiksendung aus?

ERIC MARKUSE: Im Idealfall ist sie unterhaltend, vermittelt Musikkompetenz, macht Lust, Neues zu entdecken. Es kommt sehr darauf an, dass unsere Redakteure ihre Sendung »leben« und die Musik auch gerne hören. Das Abspulen von kurz zuvor im Internet angelesenem Halbwissen reicht nicht. Da braucht es schon Erfahrung und Sorgfalt, sonst können beispielsweise Trends nicht eingeordnet und musikalische Eintagsfliegen nicht von echten Talenten unterschieden werden.

kreuzer online: Wie nahe kommen die Sendungen auf Sputnik Ihrer Idealvorstellung einer perfekten Musiksendung?

MARKUSE: Dem oben genannten Ideal kommen wir immer näher – aber eine perfekte Musiksendung gibt es bei keinem Sender! Ganz einfach deshalb, weil Musik immer subjektiv beurteilt wird. Es gibt auch kein perfektes Steak – weil jeder darunter etwas anderes versteht.

kreuzer online: Die Musikspezialsendungen laufen werktags zwischen 21 und 22 Uhr – eine Zeit, in der man das Radio eher extra einschaltet, als es nur als Begleitmedium laufen zu lassen. Wie sind die Hörerreaktionen? Warum lohnt sich der redaktionelle Aufwand?

MARKUSE: Für Sputnik ist Jugend- und Popkultur Programmauftrag. Unsere Musikspecials – vielleicht ist 21 Uhr sogar noch zu früh – sind schon etwas Besonderes, weil man abends viel entspannter bewusst hinhören kann als tagsüber, wenn uns Radio begleitet. Nach über anderthalb Jahren mit neuem Programm können wir sagen, dass unsere Specials eine feste Fangemeinde haben. Wenn zum Beispiel der Podcast unseres Intro-Magazins im Monat über 35.000 mal heruntergeladen wird, dann ist das geradezu sensationell für eine sogenannte Spartensendung. Andere Musikspecials kommen auf ähnlich viele Downloads: Soundcheck hat 31.000, Generation Pop 25.000.

kreuzer online: Aus unserer Sicht sticht auf den ersten Blick das Sputnik-Intro-Magazin als spannendste Musiksendung auf Sputnik hervor. Was ist die Idee dahinter?

MARKUSE: Ich finde Makossa, Soundcheck oder die Generation Pop nicht weniger spannend! Sendungen, die es in Deutschland in dieser Form wohl eher selten geben dürfte. Das gilt auch für das Sputnik-Intro-Magazin. Dahinter steckt die Idee, einen noch tieferen und detaillierten Blick auf die deutsche und internationale Pop- und Indieszene zu werfen. Was dann wiederum auf unser restliches Programm ausstrahlt. Nicht wenige Themen aus dem popkulturellen Zirkus sind aus dem Sputnik-Intro-Magazin ins Tagesprogramm gewandert. Nicht wenig Musik lief dort zuerst und gehört jetzt zur Sputnik-Playlist. Die Sendung ist ein Gemeinschaftsprodukt von Sputnik und dem Intro-Magazin. Sie ist das, was dabei herauskommt, wenn zwei Redaktionen die Köpfe zusammenstecken.


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