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Brandanschlag auf das KOMM-Haus

Räumlichkeiten der soziokulturellen Einrichtung in Grünau zerstört

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben unbekannte Täter einen Brandanschlag auf das KOMM-Haus, einer von der Stadt betriebene soziokulturelle Einrichtung in Grünau verübt. Laut Polizei wurde die Tür des Gebäudes in der Selliner Straße 17 gegen halb drei Uhr morgens aufgehebelt und Brandbeschleuniger verwendet, um Feuer zu legen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben unbekannte Täter einen Brandanschlag auf das KOMM-Haus, einer von der Stadt betriebene soziokulturelle Einrichtung in Grünau verübt. Laut Polizei wurde die Tür des Gebäudes in der Selliner Straße 17 gegen halb drei Uhr morgens aufgehebelt und Brandbeschleuniger verwendet, um Feuer zu legen. Die Büroräume sind dabei komplett ausgebrannt, eine darüberliegende Arztpraxis wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Verletzt wurde aber niemand. Wie hoch der Schaden durch den Brandanschlag ist, muss noch ermittelt werden.

Bereits in der Nacht zuvor hatte es einen Anschlag auf das Gebäude gegeben. Unbekannte hatten die Scheiben eingeworfen und Nazi-Aufkleber angebracht. Die Räumlichkeiten des KOMM-Hauses werden neben einer Reihe anderer Vereine auch von der Bürgerinititative Buntes Grünau genutzt. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, über rechtsradikale Umtriebe zu informieren und sich für ein friedliches und demokratisches Miteinander im Stadtteil einzusetzen.

Laut Polizei gibt es bisher keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten, es werde in alle Richtungen ermittelt. Ein rechtsextremer Hintergrund des Brandanschlages könne aber nicht ausgeschlossen werden. Die Bürgerinitiative selbst vermutet die Täter ebenfalls im rechten Lager. In der Vergangenheit hatten die Mitarbeiter des KOMM-Hauses oftmals Naziparolen und -aufkleber an dem Gebäude vorgefunden.

Der Anschlag hat in Leipzig Bestürzung hervorgerufen: »Sollte sich der Verdacht einer politisch motivierten Straftat bestätigen, wäre das eine neue Stufe rechtsextremer Gewalt in Leipzig«, sagte Daniela Kolbe, stellvertretende Vorsitzende der Leipziger SPD. Auch Jürgen Kasek, Vorstandssprecher der Grünen in Leipzig, und selbst Mitglied der Bürgerinitiative machte deutlich, dass nun eine neue Stufe der Eskalation erreicht sei: »Damit wird klar, dass die Nazis auch den Tod von Menschen billigend in Kauf nehmen«. Juliane Nagel, Mitglied des Landesvorstandes der Linken in Sachsen, sprach von einer »zunehmenden rechten Bedrohung in Leipzig« und forderte, den rechten Denk- und Verhaltensmustern müsse gerade auf kommunaler Ebene konsequent entgegengetreten werden.


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