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»Die Köpfe sollen rollen, wenn wir das so wollen«

Lars Rudolph und Band präsentieren: »Mann und Maus – Der Wald ist dunkel«

Ein fiebriges Schmatzen und Stampfen. Stille. Ein windschiefes Lächeln – dann bricht das Mandolinengewitter herein. Lars Rudolph und Band spielen am Rande des Abgrunds.

Ein fiebriges Schmatzen und Stampfen. Stille. Ein windschiefes Lächeln – dann bricht das Mandolinengewitter herein. Lars Rudolph und Band spielen am Rande des Abgrunds. Nach gefeierten Testkonzerten in der Berliner Bar jeder Vernunft erlebt der surreale Liederzyklus des kauzigen Entertainers, dessen musikalische Einflüsse von Kurt Weill bis zur amerikanischen Postpunk-Band Devo reichen, auf der Hinterbühne des Leipziger Centraltheater seine Premiere. »Mann und Maus – Der Wald ist dunkel« ist Musik für die komplizierten bis labilen Stimmungslagen einer apokalyptischen Epoche.

Das Nachfolgeprojekt zu seiner Kultband Ich schwitze nie, mit der Rudolph Seemannslieder interpretierte, hat der Schauspieler und Komponist neben Engagements in Theater und Film aufgelegt. Der Grenzgänger verbündete sich mit dem Mandolinorchester Kapajkos, um in 18-monatiger Vorbereitungszeit ein abendfüllendes Programm zu basteln. Hier steckt gerade im Irrsinn viel Ernst und Poesie: »Lars Rudolph hält das Mikrofon zwischen betenden Händen, rauft sich die Haare, bis sie abstehen. Er singt mit Wucht, Inbrunst, Dringlichkeit«, berichtet die Berliner Zeitung: Lieder zwischen Gesellschaftskritik und Liebesleid. Rudolph träume von einer besseren Welt – doch das Problem seien die Menschen: Deshalb »sollen die Köpfe rollen, wenn wir das so wollen«.

Rudolph kombiniert solch sehnsuchtsvoll spröde Texte mit hechelnden und hauchenden Lauten, die er über den Einsatz seiner Trompete noch verdoppelt. Auf diese Weise reimt er gnadenlos »leere Batterie« und »goldene Philosophie« auf »Onanie« oder »Bourgeoisie« und gipfelt mit der bösen Erkenntnis, dass um die Sonne »ein stinkender Kotball rast«, auf dem wir natürlich alle als »gierige Tiere« tollen.

5.12., 20 Uhr, Centraltheater, Hinterbühne
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Musik

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