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Die Memoiren des Chris Rohde

Fußballtrainer des TuS Leutzsch III zieht persönliche Vorrunden-Bilanz

TuS Leutzsch III, der vom Stadtmagazin Ihres Vertrauens gesponserte Fußballklub aus der dritten Kreisklasse, hat eine bewegte und erfolgreiche Halbserie hinter sich. Abseits der rein sportlichen Ergebniszählerei erinnert sich Trainer Chris Rohde an dieser Stelle an die etwas anderen Höhepunkte der Vorrunde. Teil 2 seiner Memoiren folgt in wenigen Tagen.

Vor der Saison

Die Saison 2008/09 stand bei TuS Leutzsch III von Beginn an unter dem Motto „Aufbruch und Umbruch“.
Nachdem wir uns in den letzten Jahren hauptsächlich in Keller und Niemandsland der Tabelle aufhielten, formulierten wir die Ziele diesmal etwas anders. Optimisten sprachen von „oben mitspielen“, offensichtlich geistig Verwirrte benutzten das seltsam anmutende Wort „Aufstieg“ und der Trainer (also ich) betätigte sich als großer Mathematiker und rechnete mit 50 Punkten – eine Zahl, die das komplette Team bislang höchstens in Flensburg erreicht hatte. Nach der Hinrunde stehen wir nun bei 19 Punkten, haben noch zwei Nachholspiele und nur sechs Zähler Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Mit anderen Worten: Es läuft.

Fußball ohne Grenzen

Eröffnet wurde die Spielzeit mit einem absoluten Höhepunkt: Erstmals veranstalteten wir den „Fußball Ohne Grenzen“-Cup – einen Pokal im Sinne der guten Sache, der im Rahmen der gleichnamigen Initiative als Fingerzeig gegen Intoleranz und Gewalt gelten soll. Die eingeladenen Mannschaften wurden bereits im Vorfeld über unser Anliegen in Kenntnis gesetzt, im Verlauf des Turniers bekannten sich alle Teilnehmer zu diesem Leitfaden. Bei bestem Wetter fand so eine sportlich faire und rundum gelungene Veranstaltung statt, die all unsere Erwartungen erfüllte. Im Finale standen sich übrigens, und das war bezeichnend für das charmante Turnier, die beiden einzigen teilnehmenden Volkssportmannschaften gegenüber.

Weltstars im Kreuzer-Shirt

Besagtes Trikot, hier in seiner natürlichen Umgebung<br />(Foto: Mila Kononova)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Besagtes Trikot, hier in seiner natürlichen Umgebung<br />(Foto: Mila Kononova)“ /></figure>
                    <p> Es war kein Spiel wie jedes andere, irgendwie hatte es den Anstrich eines Neuanfangs: im Spiel der ersten Pokalrunde trat unsere Mannschaft erstmals in den Trikots mit dem Logo unseres neuen Sponsors an. Innerhalb weniger Monate war aus der kühnen Idee Wirklichkeit geworden – und aus TuS III so etwas wie richtige Fußballer. Danke, Kreuzer!</p>
                    <p>Der Mann mit den Blumen</p>
                    <p>Zuschauer beim Training haben wir nicht oft. Und solche, die kommen, um uns zu beschenken, noch seltener. Umso bemerkenswerter war es, als nach oben genanntem Pokalspiel (das wir gegen einen höherklassigen Gegner in der Verlängerung verlieren sollten) ein älterer Herr mit einem selbst gepflückten Blumenstrauß vor uns stand – er wollte uns damit Glück für die Saison wünschen und uns zur Leistung im Pokalspiel gratulieren. Eine schöne Geste – ein Foto der Blumen findet sich <a href=hier.

Eric und der verständnisvolle Schiri

Nicht immer bringen Schiedsrichter den Spielern das gewünschte Verständnis entgegen – zugegeben, umgekehrt lässt sich dies ebenfalls sagen. Positive Ausnahmen gibt es jedoch auch, besonders wenn im Vorfeld vernünftig miteinander gesprochen wird. In diesem speziellen Fall wollte unser Stürmer Eric im Falle eines eigenen Treffers ein T-Shirt im Andenken an seinen verstorbenen Onkel enthüllen – laut Regelwerk normalerweise eine gelbe Karte. Eric setzte den Spielleiter jedoch bereits vor dem Anpfiff in Kenntnis und bat um Milde. Tatsächlich markierte er dann im Spiel ein Tor, zeigte das T-Shirt … und der Schiedsrichter sah tatsächlich von einer Verwarnung ab. Respekt – es gibt Emotionen, bei denen auch ein neutraler Schiedsrichter ein Auge zudrücken kann und darf!

In Kürze: Teil 2 des Vorrundenrückblicks von Chris Rohde
Fußball

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