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Die Knef und der Kai

Berlinale 2009: Als »Berlinale Special« wird das Biopic »Hilde« groß gefeiert – den Rätseln Hildegard Knefs kommt der Film jedoch kein bisschen auf die Spur

Und dann schaffte es Hildegard Knef an die Schauspielschule. Und dann begann sie eine Affäre mit dem Reichsfilmdramaturgen. Und dann kam für Hilde kurz der Krieg. Und dann war der zu Ende und Hilde stand auf der Bühne. Und dann begann sie eine Affäre mit einem jüdischen US-Offizier. Und dann trieb sie ihr Übermut nach Hollywood, aber dort bekam sie keine guten Rollen. Und dann kam sie nach Deutschland zurück. Und dann machte sie wieder ein paar Filme. Und dann lernte sie jemand neues kennen. Und dann entdeckte sie für sich das Singen. Und dann war „Hilde“ vorbei. Und dann hat das Publikum auf der Berlinale hurra gerufen. Und dann und dann und dann …

Und dann schaffte es Hildegard Knef an die Schauspielschule. Und dann begann sie eine Affäre mit dem Reichsfilmdramaturgen. Und dann kam für Hilde kurz der Krieg. Und dann war der zu Ende und Hilde stand auf der Bühne. Und dann begann sie eine Affäre mit einem jüdischen US-Offizier. Und dann trieb sie ihr Übermut nach Hollywood, aber dort bekam sie keine guten Rollen. Und dann kam sie nach Deutschland zurück. Und dann machte sie wieder ein paar Filme. Und dann lernte sie jemand neues kennen. Und dann entdeckte sie für sich das Singen. Und dann war „Hilde“ vorbei. Und dann hat das Publikum auf der Berlinale hurra gerufen. Und dann und dann und dann …

Kai Wessel, der für die ARD zuletzt den Mehrteiler „Die Flucht“ verfilmte, entwirft mit „Hilde“ ein dröges Biopic, das sich mit gestelzten Dialogen, klischeehaften Bildern und Beziehungskitsch begnügt, statt in die psychologischen und gesellschaftlichen Tiefenstrukturen einzudringen, die das Leben und die Ära der Knef so spannend machen.

Warum hakt „Hilde“ so hastig das kulturgeschichtliche Ereignis »Die Sünderin« ab, jener Kassenerfolg von 1951, der durch die katholische Kirche vor allem wegen einer Nacktszene zum Skandal erklärt wurde? Warum endet „Hilde“ bereits 1966 und lässt von dort aus ihr Leben in Rückblenden abspulen, statt die heftigen Höhen und Tiefen danach mit einzubeziehen wie die Krebserkrankung, die Schlammschlacht mit der Presse oder die zahlreichen Ehrungen?

„Wer ist Hildegard Knef?“, heißt es im Film. Kai Wessel, der die Antwort gefunden zu haben glaubt, wenn Hilde als Sängerin auf der Bühne steht, hat jedenfalls keinen blassen Schimmer. Der Charme von Heike Makatsch schimmert dennoch durch.


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