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Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: AGF / Delay, Raphael Saadiq und Harmonic 313

Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: AGF / Delay, Raphael Saadiq und Harmonic 313


AGF / Delay – »Symptoms« (BPitch Control)

AGF / Delay – »Symptoms«

Antye Greie alias AGF und Sasu Ripatti alias Luomo/Vladislav Delay sind beide für sich genommen höchst spannende Musiker, die unermüdlich die Grenzen zwischen Pop, Electronica und Avantgarde ausloten. Zum zweiten Mal haben die beiden nun ein gemeinsames Album produziert, das die Singer/Songwriter-Intimität mit Sound-Futurismus verbindet. AGFs teils elfenhafter, teils energischer (Sprech-)Gesang fügt sich in die dubbig-frickeligen Rhythmen und Klangsplitter sehr gut als Gegengewicht ein. Die AGF- und Delay-Ästhetik ist omnipräsent, und doch ist es mehr als ein bloßes Kompilieren der verschiedenen Einflüsse. Dieses Album lässt etwas Neues entstehen, etwas sehr Eigenes, das Pop und Avantgarde zu verbinden sucht, ohne akademische Etikette. Und so ist »Symptoms« vieles zugleich: leichtfüßig und sperrig, organisch und digital, AGF und Vladislav Delay. Jens Wollweber


Raphael Saadiq – »The way I see it«<br />(Columbia/SONY/BMG)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Raphael Saadiq – »The way I see it«<br />(Columbia/SONY/BMG)“ /></figure>
                  <p> <strong>Raphael Saadiq – »The way I see it«</strong></p>
                  <p>Wenn wir es nicht besser wüssten, dann könnte dieses Album 40 Jahre früher aufgenommen worden sein. Wie ein vergessenes Archivband, das auf dem Dachboden entdeckt und abgestaubt wird. Der frühere Kopf von »Tony! Toni! Tone!« und »Lucy Pearl« hat ein Dutzend Songs eingespielt, die 60’s-Soul pur sind. Täuschend echt, und doch nachgemacht. Analog, aber digitalisiert. Ein Schelm, wer »Amy« dabei denkt: Er habe im Urlaub auf den Bahamas und in Costa Rica Menschen aus der ganzen Welt getroffen und alle hätten klassischen Soul gehört, begründet Saadiq seine ein wenig reaktionäre CD. Es könnte aber auch sein, dass er die Welle absurfen will, die Amy Winehouse und deren <em>copy cats</em> wie Duffy und Andere so erfolgreich reiten. Und, dass der Mann ein Stück von diesem Kuchen abhaben will (was er zweifelsohne mehr verdienen würde, als das stimmlich eher durchschnittliche, wandelnde Aufputschmittel mit Sarah-Palin-Frisur und ihre geschickten Beatbastler). Andererseits ist es konsequent von dem Multitalent, Songs aufzunehmen, die sich anhören, als hätte sich die Backingband vom Motown-Studio mit den Kollegen von Stax zu einer Session getroffen. Diesen Sound so hinzukriegen ist eine beachtliche Leistung. Spätestens mit dem letzten Stück kommt das jähe Erwachen, wenn Jay-Z losreimt. Da hört man wieder, welche Entwicklung die Black Music in einem knappen halben Jahrhundert genommen hat. Der Kreis schließt sich. Ob dieses melancholische Album mit Gästen von Joss Stone über Jigga Man bis Stevie Wonder die Popmusik voranbringt, ist zweifelhaft. Andererseits hat niemand Anstoß an Phil Collins genommen, der den Soul aus »You can’t hurry love« gepumpt hat und mit seinem totgespielten Cover die akustische Unterschicht an den Dudelfunk bindet. <em>Torsten Williamson-Fuchs</em></p>
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                  <figure class=Harmonic 313 – »When Machines Exceed <br />Human Intelligence« (Warp)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Harmonic 313 – »When Machines Exceed <br />Human Intelligence« (Warp)“ /></figure>
                  <p> <strong>Harmonic 313 – »When Machines Exceed Human Intelligence«</strong></p>
                  <p>Dieses Album erinnert stark an den aktuellen Wonky-Sound junger Künstler wie Flying Lotus, Rustie oder Starkey. Dabei ist Mark Pritchard, der Macher hinter Harmonic 313, schon seit fast zwanzig Jahren in verschiedenen Genres elektronischer Musik unterwegs. Sein 1994 mit Tom Middleton unter dem Namen Global Communications produziertes Album »76:14« gilt beispielsweise als absoluter Klassiker des Ambient. »When Machines Exceed Human Intelligence« nun ist Pritchards Versuch, britische Bass-Musik mit den Electro- und HipHop-Traditionen aus Detroit zu fusionieren – und das Resultat klingt nebelig und schräg, »wonky« eben. Seekrankmachende Bässe und dudelige Synthies dominieren dieses Album, aber immer wieder – und das sind die schönsten Momente – bahnen sich auch luftig-schimmernde Stimmungen den Weg. Allerdings reicht das nicht ganz, um vollends zu begeistern, »When Machines Exceed Human Intelligence« hinterlässt eher einen etwas faden Nachgeschmack. <em>Anja Thümmler</em></p>
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                <p class=
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