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Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: PJ Harvey & John Parish, Martyn und einer Moon Harbour-Compilation

Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: PJ Harvey & John Parish, Martyn und einer Moon Harbour-Compilation


PJ Harvey & John Parish – »A Woman A Man Walked <br />By« (Universal)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“PJ Harvey & John Parish – »A Woman A Man Walked <br />By« (Universal)“ /></figure>
                  <p> <strong>PJ Harvey & John Parish – »A Woman A Man Walked By«</strong></p>
                  <p>Mein Gott, diese Frau wird dieses Jahr vierzig Jahre alt und ihre Musik strahlt noch immer die verstörende Erotik aus, mit der sie einst startete. Vielleicht liegt das daran, dass sie sich für ihr neues Album »A Woman A Man Walked By« wieder mit John Parish zusammengetan hat, mit dem sie bereits in den Achtzigern die Band Automatic Dlamini gegründet hatte, bevor die Indie-Welt sie als PJ Harvey vergötterte. Das neue Album ist ein wenig spooky, wie ein Windhauch, den man nicht erwartet, der einen streift und eine Gänsehaut erzeugt. Aber dann erinnert man sich, dass sie schon immer so war, die Dame aus England, die zwar klein ist, aber mit ihrer Persönlichkeit trotzdem die größten Bühnen füllen kann. Ihre Musik sind Wellen schräger Töne: verzerrte Gitarren, unharmonische Klavierfolgen, Störgeräusche. All das umgarnt sie mit ihrer klaren Stimme, mit dem wunderschönen englischen Akzent. Sie umzäunt das Chaos, die Kakophonie. Sie trällert, sie flüstert, sie schreit. PJ Harvey ist verrückt. Und wenn man es mal genau betrachtet, ist dies vermutlich der einzige Zustand, in dem man das Leben manchmal ertragen kann. <em>Pia Volk</em></p>
                  <hr />
                  <figure class=Martyn – »Great Lengths« (3024)

Martyn – »Great Lengths«

Dieses Album wurde schon so lange angekündigt und freudig erwartet, dass es einer kleinen Erlösung gleichkommt, endlich die ersten Töne hören zu können. Und es enttäuscht zu keinem Moment. Martyn ist ein Held der Stunde im Verschmelzen von verschiedenen Stilen. Seine Heimat ist Rotterdam, bekannt für Electro, Techno und eine latente Direktverbindung nach Detroit.
»Great Lengths« nimmt von alldem Elemente und setzt sie in einen Rahmen, der mit Dubstep im weitesten Sinne abgesteckt ist. Exkurse in Richtung Drum’n’Bass und Avant-Pop sind aber auch drin. Spannend an Martyn ist, wie er mit seinen Arrangements immer einen Tick neben dem klassischen Techno- oder Dubstep-Sound steht. Und obwohl er viel auf eingängige, teils schwelgerische Harmonien setzt, bleibt den Tracks ein angenehm roher Klang erhalten. Was auch erstaunt, ist die durchweg entspannte Stimmung von Martyns Tracks. Egal, wie schnell und entrückt der Rhythmus ist oder wie schroff die Töne sind – Hektik oder Krawall-Stimmung kommt nie auf. Die Niederlande sind damit weit vorn in der Dubstep-Ausdifferenzierung. Jens Wollweber


Various Artists – »Moon Harbour Inhouse Vol. 3«<br />(Moon Harbour)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Various Artists – »Moon Harbour Inhouse Vol. 3«<br />(Moon Harbour)“ /></figure>
                  <p> <strong>Various Artists – »Moon Harbour Inhouse Vol. 3«</strong></p>
                  <p>Moon Harbour Recordings gehörten zu den ersten Leipziger Labels, die bewiesen, dass sich auch von hier aus erfolgreich elektronische Musik produzieren und veröffentlichen lässt. Mit der Zeit öffnete sich das House-Label immer mehr für Minimal und Techno oder, wie sie es selbst beschreiben, »einer stärkeren Funktionalität, ohne die Komplexität und Wärme zu verlieren«.<br />
                    Diese Suche nach komplexer Funktionalität ist auch auf der neuesten Labelschau »Inhouse Vol. 3« zu hören. Wirkliche Seele findet sich dagegen nur in wenigen Momenten. Zwischen trocken-monotonen und tribalistisch nach vorne drängenden Tracks lassen sich zwar viele interessante Elemente entdecken, aber in ihrer Ganzheit kann die Compilation kaum fesseln.<br />
                    Auf der Vinyl-Version, die neue Stücke versammelt, hinterlässt einzig Dot einen wirklich euphorisierenden Eindruck. Der Israeli ist auch ein Beweis dafür, wie international Moon Harbour inzwischen geworden sind. Dies gilt auch für den Dänen Martinez, der ebenfalls auf der Compilation vertreten ist und der für die CD-Version einen DJ-Mix aus neuen und älteren Stücken aufgenommen hat. Wäre schön, wenn Moon Harbour beim Spagat zwischen Klassischem und Neuem auch bald ihr Herz wiederfinden würden. <em>Anja Thümmler</em></p>
                </section>
                <p class=
Musik

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