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Frauen an die Macht!

Der Connewitzer Verein »Giro« macht Frauen fit für den Kulturbetrieb

Es gibt zu wenig Frauen in Leipzigs Kultur! Das ist jedenfalls die Meinung des Vereins »Giro«, der seit April 2000 in der Zwenkauer Straße in Connewitz seinen Sitz hat. Der Verein stellt Räume für verschiedene Ideen zur Verfügung: Ausstellungen, Medienarbeit, Elektropartys. Immer spielt dabei gesellschaftliches Engagement eine Rolle – egal, ob es gegen staatliche Überwachung oder um die Akzeptanz von Minoritäten geht.

Es gibt zu wenig Frauen in Leipzigs Kultur! Das ist jedenfalls die Meinung des Vereins »Giro«, der seit April 2000 in der Zwenkauer Straße in Connewitz seinen Sitz hat. Der Verein stellt Räume für verschiedene Ideen zur Verfügung: Ausstellungen, Medienarbeit, Elektropartys. Immer spielt dabei gesellschaftliches Engagement eine Rolle – egal, ob es gegen staatliche Überwachung oder um die Akzeptanz von Minoritäten geht.

Aushängeschild und Vorzeigeprojekt sind die inzwischen regelmäßig stattfindenden und stadtbekannten Homoelektrik-Abende. Jene Abende sind Technopartys, die mit einem sehr schwulen Publikum starteten und heute von der »Schicki-Hete« zur »Oberschwuppe«, vom »Hippiemädchen« zur »Kampflesbe« wirklich alle Gesellschaftsschichten erreichen. Das ist Integrationsarbeit.

Ähnlich erfolgreich soll auch das neueste Projekt werden. Giro startet im Mai »do it herself« – eine Reihe von Workshops und Seminaren, in denen Frauen, Mädchen und Transgender fit gemacht werden sollen, um aktiv Kultur zu gestalten. Vorbild ist das Projekt »electricdress« aus Potsdam, bei dem es von Dezember 2007 bis April 2008 Seminare im Bereich Veranstaltungen gab. Allem voran geht es nun in Leipzig natürlich wieder um Musik, beziehungsweise DJing. In verschiedenen Workshops können die Teilnehmerinnen den Umgang mit Vinyl und CD lernen, aber auch Einblicke in das aktuell wichtigste Programm zum Produzieren elektronischer Musik gewinnen: Ableton Live. Das Angebot reicht thematisch aber noch viel weiter: Über Seminare zu den Themen Lichttechnik, Tontechnik und vor allem Booking sollen Frauen einen Einstieg in die bisher von Männern dominierte Leipziger Musikwelt finden.

»do it herself« ist für Interessierte eine großartige Chance, etwas Neues kennenzulernen. Besonders die Bereiche Musikproduktion, Ton- und Lichttechnik sind ohne fremde Hilfe schwer zugänglich, allein wegen der teuren Gerätschaften. Ein Workshop mit fähigen Lehrern kann hier einige Türen öffnen.

Das einzige, was an diesem Projekt ein wenig betrübt, ist, dass durch konsequente Förderung eines Geschlechts, das andere automatisch ausgegrenzt wird. Die Verantwortlichen bemängeln mit Sicherheit zu Recht fehlende weibliche Präsenz in der Leipziger Musikszene, aber die männlichen Vertreter jener Szene mussten sich auch alle erst einmal durchbeißen – und zwar meist ohne die Hilfe gemeinnütziger Vereine. Giro ist jedoch offen für Kritik und Streitgespräche, eröffnet wird das »do it herself«-Projekt deshalb auch mit einem öffentlichen Diskussionsforum. Am 24. April werden im Paris Syndrom »electricdress« aus Potsdam und Organisatoren von »do it herself« mit Gästen über die Notwendigkeit queerer/feministischer Projekte im Veranstaltungsbereich diskutieren.

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