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Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: Mirah, Damian Lazarus und dem Andromeda Mega Express Orchestra

Jede Woche stellt die kreuzer-Musikredaktion neue Musik vor – zum Hören, Tanzen, Schwelgen, Spazieren, Joggen, Arbeiten und mehr. In dieser Woche mit: Mirah, Damian Lazarus und dem Andromeda Mega Express Orchestra.


Mirah – »(a)spera« (krecords)

Mirah – »(a)spera«

Mirah Yom Tov Zeitlyn veröffentlicht als Mirah seit zehn Jahren ein Soloalbum nach dem anderem. Man kann sich also durchaus wundern, warum der große Durchbruch nie passierte. Auch ihr neues Album »(a)spera« strahlt wieder ganz eigen. Anfangs geschieht hier nur das Wesentliche. Die Songs sind zum Teil sehr dezent arrangiert, die glasklare Stimme von Mirah haucht den Freiräumen Leben ein. Nach einigen Stücken wird sowohl das Tempo, als auch die Instrumentierung deutlich angezogen, wobei die Stimmung dann zwischen kurzfristig überdreht-fröhlich und doch bedrohlich pendelt. Ein großes Finale bleibt dann allerdings aus. Auch in der zweiten Hälfte spielt die Amerikanerin gekonnt mit den Erwartungen der Rezipienten. Einen sicher nicht unwesentlichen Anteil an dieser ganz eigenen Popdefinition dürfte übrigens Phil Elverum von The Microphones/Mt. Eerie haben, mit dem sie seit Jahren kooperiert. So ist »(a)spera« zu clever und verquer, um wirklich Pop im kommerziellen Sinn zu sein. Dies dürfte zugleich dafür sorgen, dass es bei Mirah noch einige Jährchen so lässig und knapp an der Perfektion vorbei weiter geht. Michael Wallies
Mirah live: 21.05., UT Connewitz


Damian Lazarus – »Smoke The Monster Out«<br />(Get Physical)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Damian Lazarus – »Smoke The Monster Out«<br />(Get Physical)“ /></figure>
                    <p> <strong>Damian Lazarus – »Smoke The Monster Out«</strong></p>
                    <p>Damian Lazarus war bisher eher als Label-Betreiber von Crosstown Rebels und als DJ ein Begriff. Insofern ist es etwas überraschend, dass sein Producer-Einstand gleich ein ganzes Album ist – noch dazu wenig funktional auf Dance-Tracks beschränkt, sondern gespickt mit dreizehn Pop-Songs. Seinen Club-Hintergrund hat der gebürtige Brite mit Kalifornien als neuer Heimat aber keineswegs versteckt. »Smoke The Monster Out« versucht sich an dem durchaus heiklen Spagat, Pop mit elektronischer Club-Musik zu verbinden. Der Fokus liegt jedoch eindeutig auf Pop, und das ist auch gut so. Zwar ist die Rhythmik meist geradlinig und tight, doch Lazarus’ Vocals sind klar auf Pop-Song getrimmt. Was nicht heißt, dass sich nicht doch auch mal einige Club-Tracks dazwischen schieben. Richtige Euphorie will sich aber nicht so recht einstellen. Viele Stücke ziehen vorüber oder verpuffen schnell. Vielleicht wollte Damian Lazarus zu viel zusammen bringen – zu viel Folk, Pop, Ballade, Ambient und mehr. Stark ist »Smoke The Monster Out« in Momenten, in denen sich Akustisches und Elektronisches plötzlich durchdringen. Vielleicht ist diese Magie dem Pop-Appeal teilweise zum Opfer gefallen. <em>Jens Wollweber</em></p>
                    <hr />
                    <figure class=Andromeda Mega Express Orchestra – »Take Off!«<br />(Alien Transistor / Indigo)“ class=“attachment-medium wp-post-image“ title=“Andromeda Mega Express Orchestra – »Take Off!«<br />(Alien Transistor / Indigo)“ /></figure>
                    <p> <strong>Andromeda Mega Express Orchestra – »Take Off!«</strong></p>
                    <p>Andromeda Mega Express Orchestra bestehen aus einem 25-jährigen Komponisten und seinem 20-köpfigen Orchester. Daniel Glatzel ist der Kopf des AMEO-Raumschiffs, welches auf Alien Transistor erscheint und dabei sprichwörtlich abhebt. Die MusikerInnen des Orchesters kommen aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Kanada, Norwegen, Japan, Thailand, Tschechien und Südkorea. Die musikalischen Einflüsse, die hier in knapp einer Stunde verarbeitet werden könnten – ebenso wie die Herkunft der Mitglieder – kaum vielseitiger sein. Die Aufnahmen für das aktuelle Album fanden im Saal 1 der ehemaligen DDR-Rundfunkstudios in der Berliner Nalepastraße statt, in denen das AMEO eine besondere Aufnahmesituation kreierte: »Take Off!« wurde an drei Tagen fast im Halbdunkel eingespielt. In dezenter und atmosphärischer Beleuchtung, für die skurrile Flohmarkt-Lampen organisiert wurden, durchstreifte das Orchester unzählige musikalische Welten, sei es Filmmusik, Jazz, Neue Klassik, Bartok, Zappa oder auch Computerspiel- und Cartoon-Soundtracks. Abgerundet wird die Tonträgerveröffentlichung, die die ersten drei Jahre des Orchesters dokumentiert, mit einem 20-seitigen Booklet, welches den ersten AMEO-Trip visualisiert. Dieses Album sollte man nie hören, wenn man gestresst durch den Alltag geht, denn die Vielfalt hierauf erschlägt einen in solchen Momenten. In Momenten des Freiraums hingegen sollte man AMEO immer wieder und wieder hören, denn es ist schier verrückt, was hier alles passiert. Was selbst über trashige Computerboxen Sinn macht, wird über gute Kopfhörer oder eine solide Heimbeschallung ein wahres Fest. Zum Abschluss noch eine Randnotiz für Indie-Fans: AMEO haben bei der aktuellen Notwist-Platte mitgewirkt und veröffentlichen auf »Alien Transistor«, dem bandeigenen Label der bayrischen Kultband. (Ein Interview mit Notwist-Sänger Markus Acher, in dem es unter anderem um die Arbeit mit dem AMEO geht, findet sich <a href=hier) Michael Wallies
Andromeda Mega Express Orchestra live: 23.05., Horns Erben, Leipzig


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