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Die wahren Freunde der Musik

Ron-Dirk Etleutner hat zum Jubiläumskonzert »15 Jahre amici musicae« in der Thomaskirche einiges vor

»Den Wunsch, einmal Mendelssohns Elias aufzuführen, haben wir schon lange. Und da unser Jubiläum nun gerade ins Mendelssohn-Jahr fällt, musste es jetzt einfach sein!« Ron-Dirk Entleutner, der Gründer und Leiter von Chor und Orchester »amici musicae«, hat zum Jubiläumskonzert am 11. September alle Ehemaligen der letzten 15 Jahre, alle derzeit Aktiven und das Jugendsinfonieorchester Leipzig, das er ebenfalls leitet, in die Thomaskirche eingeladen.

»Den Wunsch, einmal Mendelssohns Elias aufzuführen, haben wir schon lange. Und da unser Jubiläum nun gerade ins Mendelssohn-Jahr fällt, musste es jetzt einfach sein!« Ron-Dirk Entleutner, der Gründer und Leiter von Chor und Orchester »amici musicae«, hat zum Jubiläumskonzert am 11. September alle Ehemaligen der letzten 15 Jahre, alle derzeit Aktiven und das Jugendsinfonieorchester Leipzig, das er ebenfalls leitet, in die Thomaskirche eingeladen.

Nicht nur für seine Ensembles, sondern auch für ihn ist es der erste Kontakt mit Mendelssohns großem Oratorium, das als Meilenstein der Gattung gilt. Für das JSO fand die Feuertaufe allerdings schon während der USA-Tournee in diesem Sommer statt, die das amerikanische Publikum begeisterte. Als der Thomaner Entleutner 1994 sein Abitur abgelegt hatte, war ihm klar, dass der nahezu tägliche aktive Umgang mit der Musik jetzt nicht plötzlich zu Ende sein durfte.

Seine Mit-Thomaner, die Freundinnen aus dem Gewandhauskinderchor sowie befreundete Instrumentalisten konnte er sofort für seine Idee gewinnen. Rund 60 musikbegeisterte Jugendliche gründeten darauf die »amici musicae«. »Die ersten beiden Jahre waren hart, aber dann ging es kontinuierlich bergauf«, erinnert sich Entleutner. Von den Leuten der ersten Stunde ist außer ihm nur ein Kontrabassist verblieben: »Wir sind jetzt so in der fünften Generation«. Als Meilensteine in der Ensemblegeschichte nennt Entleutner den 1. Preis beim Sächsischen Chorwettbewerb 1997, dem 1998 der 3. Preis auf Bundesebene folgte, dann die Hongkong-Reise 2000 und das Jubiläumskonzert 2004, bei dem erstmals Bachs h-Moll-Messe aufgeführt wurde. Letzter großer Höhepunkt war die Reihe »Bach bei uns« im vergangenen Jahr: »Es ist schwer, daran anzuschließen«, bekennt der Musiker.

Seit 2007 hat Entleutner zudem das Amt des Universitätsmusikdirektors in Koblenz inne: »Das geht sehr gut, weil beide Seiten voneinander profitieren.Wir haben viele gemeinsame Projekte.« Für Entleutner selbst bedeutet das, viel Zeit mit Reisen zu verbringen. »Es ist keine Lösung für die Ewigkeit, aber den Blick über den Tellerrand habe ich bewusst gesucht. Außerdem hat es mich gereizt, wieder einmal Aufbauarbeit zu leisten«. Sein Blick auf Leipzig hat sich aus der Distanz nochmals geschärft: »Wir wissen hier viele Selbstverständlichkeiten gar nicht mehr zu schätzen: die enorme Vielfalt und Qualiät der Kultur in dieser Stadt, auch in der Jugendausbildung«.

Nachdem die Jubiläumsspielzeit von der Chorsinfonik geprägt ist – neben dem »Elias« gab es ein Hindemith-Schönberg-Programm und Händels »Messias«, im Rahmen der Feierlichkeiten »20 Jahre friedliche Revolution« wird die h-Moll-Messe erklingen –, sollen im nächsten Jahr auch wieder A-cappella-Programme zum Tragen kommen. »Und mehr Bach: Den vermissen wir alle ganz enorm!«.

»Elias«: 11.9., Thomaskirche
Musik | aus dem kreuzer-Heft 09.09

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