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Friedlicher Protest verhindert Nazi-Aufmarsch

Nazi-Demo nach Gewalt gegen die Polizei aufgelöst

Am S-Bahnhof Sellerhausen haben sich heute nach Polizeiangaben 1000 Nazis versammelt, um quer durch den Leipziger Osten bis in die Innenstadt zu marschieren. Sie scheiterten am friedlichen Protest der zahlreichen Gegendemonstranten – und kamen keinen Meter weit.

Am S-Bahnhof Sellerhausen haben sich heute nach Polizeiangaben 1.000 Nazis versammelt, um quer durch den Leipziger Osten bis in die Innenstadt zu marschieren. Sie scheiterten am friedlichen Protest der zahlreichen Gegendemonstranten – und kamen keinen Meter weit.

Verschiedene Gruppen und Initiativen hatten bereits seit dem Vormittag zu verschiedenen Protestaktionen entlang der Wegstrecke des Naziaufmarsches aufgerufen. Unter anderem gab es ein Brunch gegen Rechts, an dem auch OBM Burkhard Jung teilnahm. Insgesamt war die Stimmung bei den Veranstaltungen entspannt und fröhlich. Die größte Protestaktion fand auf der Eisenbahnstraße in unmittelbarer Nähe des Sammelpunktes der Nazis statt. Etwa 2.000 Menschen kamen nach Angaben des Veranstalters dort trotz des schlechten Wetters zusammen, um ihren Protest kreativ und lautstark kundzutun, und verhinderten so, dass die Nazis loslaufen konnten.

Nachdem die Rechtsradikalen stundenlang an ihrem Sammelpunkt stehenbleiben mussten, flogen aus deren Mitte Steine gegen die Polizei. Diese erklärte daraufhin die Kundgebung um 15.50 Uhr für aufgelöst. Die Polizei eskortierte die Nazis daraufhin im Pulk zum Hauptbahnhof, was nach Polizeiangaben auch ohne größere Zwischenfälle gelang. Über twitter wurden jedoch von verschiedenen Seiten Warnungen laut, es seien ein paar Nazis »ausgebrochen« und würden sich grüppchenweise durch den Leipziger Osten bewegen.

»Wir freuen uns über den immensen Zuspruch, den die gemeinsamen und gewaltfreien Proteste gefunden haben«, sagten die Pressesprecher des Bündnisses 17.10., das die Proteste koordiniert hatte. »Diese Menschen haben den Ideologien der Ungleichwertigkeit und deren neonazistischen Akteuren ein deutliches Nein entgegen gesetzt.« Sogar für die Polizei fanden die Organisatoren Lobende Worte und äußerten die Hoffnung, dass dies »ein erster Schritt in ein maßvolles Polizeiverhalten« sei.


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