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Wir sind der Verkehr!

Rund 250 Menschen demonstrierten am 28. Oktober für die Gleichstellung und Verbesserung der Verkehrsituation für Fahrradfahrer – mit ihrem Fahrrad natürlich.

Eine Fahrraddemo, das hat doch mal was. Auch wenn es gar nicht so einfach ist, im Schritttempo zu fahren und die Reaktionen der Passanten nicht immer verständnisvoll sind. Das Referat für nachhaltige Mobilität des StudentInnenRates (StuRa) hat als Demo-Anmelder in einem offenen Brief die Änderungsvorschläge für die Leipziger Infrastruktur von Fahrradfahrern zusammengefasst und will ihn dem Leipziger Stadtrat übergeben.

Eine Fahrraddemo, das hat doch mal was. Auch wenn es gar nicht so einfach ist, im Schritttempo zu fahren und die Reaktionen der Passanten nicht immer verständnisvoll sind. Aber der Reihe nach. Das Referat für nachhaltige Mobilität des StudentInnenRates (StuRa) hat als Demo-Anmelder in einem offenen Brief die Änderungsvorschläge für die Leipziger Infrastruktur von Fahrradfahrern zusammengefasst und will ihn dem Leipziger Stadtrat übergeben.

Darin wird die Aufhebung des Fahrradverbotes in der Leipziger Innenstadt, die Begrenzung auf Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet und die Umwandlung der Karl-Liebknecht-Straße in eine autofreie Zone gefordert. Um diese Maßnahmen umzusetzen, soll ein »umfassendes Fahrradkonzept« für Leipzig erstellt werden, in dem beispielsweise die Innenstadt mit Fahrradwegen ausgestattet und ein eigener Titel für die Förderung des Fahrradverkehrs ernannt werden müsse. Für diese Forderungen demonstrieren die Fahrradfahrer vom Connewitz Kreuz über die Karl-Liebknecht-Straße in die Innenstadt.

Diesmal rast kein Auto knapp vorbei oder vergisst den Schulterblick. Die Stimmung ist entspannt, statt innerer Aggressivität gibt es viele Kinder, Baikal Trail Musik und einen Fahrradanhänger mit bunter Kreide. Auf dem Petersteinweg kann der Infantilität freien Lauf gelassen und die Straße mit Kunstwerken aller Art verschönert werden. Durchgestrichene Autos, originelle Forderungen und jede Menge Fahrräder – für einen kurzen Moment wird ein kleiner Traum wahr. Wann konnte man schon als Kind eine stark befahrene Straße bemalen?

Spätestens im Zentrum reagieren die Leipziger Passanten entrüstet. Mit Sätzen wie »Ich habe Feierabend, ihr Arschlöcher!« und »Wie disziplinlos!« bringen die Bürger ihre Ablehnung zum Ausdruck, obwohl sogar durch die Innenstadt geschoben wird. (Ohne die freundlich Lächelnden ausblenden zu wollen!) Diese negativen Reaktionen entstehen möglicherweise, weil man nicht klar artikuliert, wofür auf die Straße gegangen wird. Zu wenig Transparente und Flyer informieren über das Anliegen, sodass die Demo eher wie ein riesiger Flash Mob wirken muss.

Zum Schluss übergibt der StuRa vor dem neuen Rathaus den offenen Brief, der von über 1.000 Leipziger Fahrradfahrern und Fahrradfahrerinnen unterschrieben wurde, an den stellvertretenden OBM Andreas Müller. Nach einer kurzen Kundgebung löst sich die Fahrraddemo langsam auf. Es ist gegen 17 Uhr, Feierabend-Rush-Hour. Seufzend schnappt man sich sein Fahrrad und bahnt sich einen Weg durch die Autos.

http://www.stura.uni-leipzig.de
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