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Ohrwürmer aus dem Wunderland

Miss Li stellt ihr neues Album in der MB vor

»Menschen dieser Welt! Treten Sie ein, kommen Sie näher! Lassen Sie sich entführen in die wunderbare Welt der Miss Li!« Vor der Moritzbastei wird ein Mann in einem langen dunkelroten Mantel stehen, mit einem Zylinder auf dem Kopf, auf und ab gehen, eine Glocke schwingen und immer wieder rufen.

»Menschen dieser Welt! Treten Sie ein, kommen Sie näher! Lassen Sie sich entführen in die wunderbare Welt der Miss Li!« Vor der Moritzbastei wird ein Mann in einem langen dunkelroten Mantel stehen, mit einem Zylinder auf dem Kopf, auf und ab gehen, eine Glocke schwingen und immer wieder rufen.

Zumindest wird man sich am Ende so erinnern, wenn Miss Li einen wieder in die Realität entlassen hat, man aber so verzaubert ist von ihrer Musik und der verspielten Big Band, die sie begleitet, dass man nicht mehr weiß, wo der Traum endet und das Leben wieder beginnt. Miss Li wird in einem etwas angestaubt wirkenden geblümten Kleid hinter ihrem Klavier sitzen und so in die Tasten hauen, dass man sich fragt, ob sie das Instrument zertrümmern kann. Es ist ihr Dilemma: Sie steckt so voller Fröhlichkeit und Leidenschaft für ihre Musik, dass sie eigentlich wie Alice im Wunderland über die Bühne hüpfen müsste – aber wer würde dann die Melodien spielen?

Miss Li heißt Linda Carlsson und hat vor drei Jahren in Schweden ihre Karriere gestartet. Heute gehört sie zu den fünf erfolgreichsten Sängerinnen des Landes. Ihre Musik ist bestimmt vom Retro-Charme des Ragtime, Jazz, Swing, Gypsy, alles gemischt mit etwas Pop. Dabei heraus kommen Instant-Ohrwürmer, die man nicht mehr vergessen will. Ihre Stimme ist süß, doch ihre Texte sind ironisch und manchmal auch böse. Sie habe keine Regeln oder Muster, denen sie folge, sagt Miss Li über sich selbst. Es sei ihr egal, wie sie klinge, Hauptsache, sie habe Spaß dabei.

Diese Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben, während sie hinter dem Klavier auf ihrem kleinen Hocker auf und ab hüpft, immer darauf bedacht, dass die Finger noch die Tasten berühren. Ihre Locken werden um ihren Kopf wirbeln und ihre roten Lippen werden leuchten. Wenn man dann die Nacht in der wunderbaren Welt der Miss Li verbracht hat, kann man vor die Tür treten und trällern: »Good morning! Goog Mooooorning! When the band began to play the stars were shining bright/Now the milkman’s on his way and it’s too late to say good night!«

Miss Li live: 18.11., Moritzbastei
Musik | aus dem kreuzer-Heft 11.09

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