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»Ätzende Wendekinder«

Zu einem Leserbrief von Tobias Gallten

An dieser Stelle beantworten kreuzer-Redakteure ausgewählte Leserbriefe. Dieses Mal reagiert Chefredakteurin Claudia Euen auf einen Leserbrief zu der in diesem Jahr als Serie veröffentlichten Rubrik »Wendekinder«, in der Leipziger Wendekinder portraitiert werden.

An dieser Stelle beantworten kreuzer-Redakteure ausgewählte Leserbriefe. Dieses Mal reagiert Chefredakteurin Claudia Euen auf einen Leserbrief zu der in diesem Jahr als Serie veröffentlichten Rubrik »Wendekinder«, in der Leipziger Wendekinder portraitiert werden.


Eure »Wendekinder« Kolumne ist unerträglich. Aus reiner Faulheit oder mangelndem Kontakt zu eigentlichen Leipzigern jenseits der Bäckersfrau portraitiert ihr bevorzugt eure westdeutschen Bildungsbürger-Freunde als ehrgeizige Kolonialisten, die für ihre tolle Selbstverwirklichung den Schritt in den Osten gewagt haben, im Gepäck vor allem den ökonomischen Vorteil einer hübschen westdeutschen Mittelschicht-Sozialisation. Jenseits eurer Nabelschau und eurer Stadtviertel gibt es noch andere Wendekinder.

Tobias Gallten


Sehr geehrter Herr Gallten,

ich kann Ihre Kritik nachvollziehen, dennoch möchte ich an dieser Stelle erklärend antworten: Die Wendekinder waren für uns ein Ort, um Biografien zu erzählen, die von der deutsch-deutschen Wiedervereinigung in ihrem Verlauf beeinflusst wurden. Demnach lag es nahe, dass wir Menschen vorstellen, die von Ost nach West oder von West nach Ost zogen, weil der räumliche Wechsel natürlich die Perspektiven verschiebt und man einen ganz anderen Blick auf die Dinge bekommt. Das heißt nicht, dass es unzählige andere Leipziger gibt, deren Leben genauso von diesem Ereignis beeinflusst waren. Wir konnten allerdings nur eine kleine Auswahl treffen und haben die Menschen vorgestellt, die auch gewillt waren, uns ihre Geschichte zu erzählen.

Beste Grüße,
Claudia Euen


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