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Herrin der Worte

Ein Dokumentarfilm erzählt das Leben der Übersetzerin Swetlana Geier

Es ist ja eher eine unsichtbare Zunft, die Kunst des Übersetzens. Kaum einer spricht darüber, wenn er ein Buch gelesen hat. Doch bestenfalls ist es genau das – die Kunst, Worte und Sprache eines Dichters zu verinnerlichen und sie dann, ohne den Sinn und das Wesen zu verfälschen, in einer anderen Sprache nicht nur lesbar, sondern auch fühlbar zu machen. Swetlana Geier ist für etliche russische Dichter die Grande Dame dieses schöpferischen Vorgangs.

Es ist ja eher eine unsichtbare Zunft, die Kunst des Übersetzens. Kaum einer spricht darüber, wenn er ein Buch gelesen hat. Doch bestenfalls ist es genau das – die Kunst, Worte und Sprache eines Dichters zu verinnerlichen und sie dann, ohne den Sinn und das Wesen zu verfälschen, in einer anderen Sprache nicht nur lesbar, sondern auch fühlbar zu machen. Swetlana Geier ist für etliche russische Dichter die Grande Dame dieses schöpferischen Vorgangs.

»Die fünf Elefanten« nennt Swetlana Geier Dostojewskis größte Romane, darunter »Schuld und Sühne« und »Der Idiot«, die sie komplett neu ins Deutsche übertragen hat. Dabei hat sie nicht nur durch den ihr eigenen sinnlichen Umgang mit der Sprache in der Übersetzung Maßstäbe gesetzt, sondern auch für die Lesart der Werke Dostojewskis. Vor drei Jahren erhielt Swetlana Geier dafür den Preis der Leipziger Buchmesse.

Der Dokumentarfilm »Die Frau mit den fünf Elefanten« trifft Swetlana Geier in ihrem Freiburger Haus, wo sie Oberhaupt einer großen Familie ist und Herrin über Bücher und Worte. Ihr Leben wurde von Europas wechselhafter Geschichte geprägt, so dass es wie die Texte Dostojewskis um die Fragen nach der Freiheit und Selbsterkenntnis des Menschen kreist. Begleitet vom Regisseur Vadim Jendreyko begibt Geier sich 2007 erstmals wieder an die Orte ihrer Kindheit in der Ukraine. In Fragmenten zeichnet der Film die Erinnerungen der Protagonistin auf, Archivbilder spiegeln die von Geier bezeugte Geschichte zweier Diktaturen. Beeindruckt von Geiers Ausstrahlung und Kraft begibt man sich mit auf die Suche nach dem Geheimnis dieser klugen Mittlerin zwischen den Kulturen und den Sprachen.

Die Frau mit den fünf Elefanten. CH/D 2009, R: Vadim Jendreyko
21.3., 19 Uhr, Cinémathèque in der naTo
Literatur | aus dem :logbuch 2010

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