Startseite / Kultur / Banana Phone

Banana Phone

Ein Bildband dokumentiert Trends und Tendenzen von Urban Art

Street Art, Urban Art, Interventionen im Stadtraum, wie immer man die künstlerischen Eingriffe in den Stadtraum nennen mag: Entweder begleitet sie der Vorwurf, dekorativ oder aber eine Form von Vandalismus zu sein.
Das Buch »Urban Interventions. Personal Projects in Public Spaces«, das aktuell im Gestalten Verlag erschienen ist, dokumentiert auf knapp 150 Seiten künstlerische Eingriffe im Stadtraum, die den Dekorations-Vorwurf entkräften und den des Vandalismus zumindest nicht verneinen.

Street Art, Urban Art, Interventionen im Stadtraum, wie immer man die künstlerischen Eingriffe in den Stadtraum nennen mag: Entweder begleitet sie der Vorwurf, dekorativ oder aber eine Form von Vandalismus zu sein.
Das Buch »Urban Interventions. Personal Projects in Public Spaces«, das aktuell im Gestalten Verlag erschienen ist, dokumentiert auf knapp 150 Seiten künstlerische Eingriffe im Stadtraum, die den Dekorations-Vorwurf entkräften und den des Vandalismus zumindest nicht verneinen.

Denn Urban Art hat nicht nur eine künstlerische Agenda: Ihren Protagonisten geht es immer auch um die Aneignung von Stadtraum und um zivilen Ungehorsam, der von flüchtigen Aktionen im Geist des Situationismus bis zu weithin sichtbaren Kunstwerken reichen kann.

Das Buch zeigt die Stadt als Bühne mal für witzige Objektkunst – Telefonzellen mit einer Banane als Hörer –, mal für winzige Verschiebungen im Zeichensystem der Stadt – gefakte Verkehrsschilder, die an einer Ausfallstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde fordern –, mal als Ort, an dem ein in der U-Bahn abgestellter Wohnzimmerstuhl die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Raum befragt oder in dem eine vergessene Nische in der City zum Schlafzimmer eines Künstlers wird: Wem gehört die Stadt?

Und der Band richtet einen Blick auf die Szene der High-Tech-Streetartisten, die Nano-Technologie und Infomations-Technologie für sich nutzen. Der »Image Fulgurator«, mit dem Julius von Bismarck ein Kreuz auf das Rednerpult Barack Obamas oder ein O²-Zeichen auf das Revers von Berlins regierendem Bürgermeister Wowereit projizierte, als die Pressekameras klickten, ist ebenso im Band vertreten wie der riesige Bea­mer, mit dem das Graffiti Research Lab meterhohe Licht-Botschaften auf Hochhausfassaden projizieren kann: »Don’t trust Bush!«

Dass die Herausgeber von »Urban Interventions« ihren großen Bogen vor dem Befund einer weltweit wachsenden Stadtbevölkerung spannen, scheint ein wenig euphemistisch. Denn die Behauptung eines globalen Urbanismus wird letztlich in der Auswahl der abgebildeten Arbeiten widerlegt: Die meisten Interventionen stammen von Künstlern aus Westeuropa und den USA.

Robert Klanten, Matthias Hübner (Hg.): Urban Interventions. Personal Projects in Public Places. Berlin: Gestalten
Kunst | aus dem kreuzer-Heft 04.10

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.