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»Immer auf mehreren Hochzeiten tanzen«

Drehort UT Connewitz: Mit »Knotenpunkt« geben Kanwal Sethi und Holm Taddiken ihr Spielfilmdebüt

Dienstag, 9. März. Nebelschwaden im UT Connewitz. Auf der Bühne ein japanischer Trommler. Überall Gewusel von Filmcrew und Statisten. Regisseur Kanwal Sethi dreht eine der letzten Szenen seines Spielfilmdebüts mit dem Arbeitstitel »Knotenpunkt«. Es erzählt von zwei Menschen, die das Fernweh zusammenführt. Der eine ist ein Versicherungsangestellter, der von Japan träumt. Der andere ist ein pakistanischer Frisör, der in Deutschland gern »legal« wäre. Die Hauptrollen spielen Christoph Franken vom Deutschen Theater Berlin und Atta Yaqub, der Star aus Ken Loachs »Just a Kiss«.

Dienstag, 9. März. Nebelschwaden im UT Connewitz. Auf der Bühne ein japanischer Trommler. Überall Gewusel von Filmcrew und Statisten. Regisseur Kanwal Sethi dreht eine der letzten Szenen seines Spielfilmdebüts mit dem Arbeitstitel »Knotenpunkt«. Es erzählt von zwei Menschen, die das Fernweh zusammenführt. Der eine ist ein Versicherungsangestellter, der von Japan träumt. Der andere ist ein pakistanischer Frisör, der in Deutschland gern »legal« wäre. Die Hauptrollen spielen Christoph Franken vom Deutschen Theater Berlin und Atta Yaqub, der Star aus Ken Loachs »Just a Kiss«.

Filmprojekte dieses Aufwands brauchen einen langen Atem. Seit fast fünf Jahren arbeitet Kanwal Sethi an »Knotenpunkt«. »Man darf nicht aufgeben«, sagt der aus Indien stammende Wahlleipziger, der sich früher in Nachwuchsinitiativen engagierte und mit dem Dokumentarfilm »Raga« bekannt wurde. Mit »Knotenpunkt« schafft er den Sprung in die Profiliga. Der Film wird koproduziert vom »Kleinen Fernsehspiel« des ZDF und gefördert von der Mitteldeutschen Medienförderung. Wie man das schafft? »Durch Ernsthaftigkeit und intensive Arbeit am Drehbuch«, sagt Sethi.

Sein Produzent Holm Taddiken spricht von »Beharrlichkeit« und einem »unbedingten Glauben an das Projekt«. Früher, nach seinem Studium der Medienwissenschaften in Leipzig, hatte er geglaubt, vom Filmemachen leben zu können. Irgendwann gestand er sich aber ein, nicht erfolgreich genug zu sein. Heute ist Taddiken Geschäftsführer von Cine Impuls Leipzig und produziert überaus erfolgreich fürs Fernsehen.

Filmprojekte wie »Knotenpunkt«, die er mit seiner damals gegründeten Firma Neufilm realisiert, bezeichnet er als sein »liebstes Hobby«. »Man darf sich nicht auf ein einziges Projekt versteifen und muss auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen«, nennt Holm Taddiken den Schlüssel zum Erfolg. Die Arbeit für Cine Impuls sichert ihn nicht nur finanziell ab, sondern bringt auch das nötige Know-how und die Kontakte mit sich, durch die sein Traum vom Filmemachen über Umwege doch noch wahr geworden ist.

Im Herbst soll die Postproduktion von »Knotenpunkt« abgeschlossen sein. Dann wird er bei Festivals eingereicht, möglicherweise im Kino laufen und schließlich irgendwann im Fernsehen. Schon längst haben Kanwal Sethi und Holm Taddiken neue Projekte in Arbeit.

http://www.neufilm.com
Film | aus dem kreuzer-Heft 04.10

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