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Jenseits der Klischees

Neueste Produktionen: Die Arabischen Filmtage

Denkt der Cineast an Arabien, kommt ihm unweigerlich die »Lawrence«-Verfilmung mit Peter O’Toole in den Sinn. Dabei hat die arabische Welt selbst spannende Filme zu bieten. Auf der Filmwoche präsentieren der eurient e. V. und die Cinémathèque zeitgenössische Produktionen aus Marokko, Ägypten und Tunesien, aus Palästina und Algerien sowie ein Programm mit libanesischen Kurzfilmen.

Denkt der Cineast an Arabien, kommt ihm unweigerlich die »Lawrence«-Verfilmung mit Peter O’Toole in den Sinn. Dabei hat die arabische Welt selbst spannende Filme zu bieten. Auf der Filmwoche präsentieren der eurient e. V. und die Cinémathèque zeitgenössische Produktionen aus Marokko, Ägypten und Tunesien, aus Palästina und Algerien sowie ein Programm mit libanesischen Kurzfilmen.

Im Zentrum des Interesses steht das arabische Independent-Kino. Den Reigen der sechs Spiel- und Dokumentarfilme eröffnet »Reel Bad Arabs«, der die westlichen Klischees anhand cineastischer Beispiele vom Stummfilm bis zum Blockbuster nachzeichnet. TPR

Reel Bad Arabs
USA 2006, Dok, OmeU, R: Sut Jhally
Von den Anfängen des Stummfilms bis hin zu den großen Hollywood-Produktionen macht die Dokumentation die Vorurteile anschaulich, mit denen das klischeebehaftete Bild des »Arabers« gezeichnet wird. Im Anschluss an die Vorführung hält Dr. Christina Stock vom Orientalischen Institut der Universität Leipzig einen Vortrag zum Thema »Klischees über Araber, Orient und Muslime und daraus resultierende Feindbilder«.
▶ Cinémathèque in der naTo, 6.5.

Bled Number One
ALG/F 2006, 100 min, OmeU,
R: Rabah Ameur-ZaÏmeche; D: Abel Jafri,
Meryem Serbah, Rabah Ameur-Zaïmeche
Nach einem Gefängnisaufenthalt aus Frankreich abgeschoben, kehrt Kamel zurück in seine Heimat im Nordosten Algeriens in die Kabylei. Der in den tristen Vorstädten von Paris Aufgewachsene bleibt in Algerien ein Fremder, ein teilnahmsloser Beobachter einer Gesellschaft, die mit enormen Spannungen und Veränderungen zu kämpfen hat.
▶ Cinémathèque in der naTo, 11./12.5.

Ein Shams – Eye of the Sun
MA/ET 2008, 90 min, OmeU, R: Ibrahim El Batout;
D: Boutros Boutros-Ghaly, Hanan Adel, Hanan Youssef
Kairo, heute. Viele Geschichten, viele Menschen und viele Sehnsüchte. Die elfjährige Shams träumt von einem Besuch im glitzernden Cityzentrum. Ihr Vater, der Taxifahrer Ramadan, arbeitet sich mit zwei Jobs kaputt. In Ägypten selbst darf der Film nicht gezeigt werden, weil der Regisseur nicht das dort für die Freigabe erforderliche Drehbuch vorlegte, sondern direkt, on location, mit Minibudget und Laiendarstellern drehte.
▶ Cinémathèque in der naTo, 6./7.5.

Khamsa
F 2008, 103 min, OmeU, R: Karim Dridi;
D: Marc Cortes, Raymond Adam, Tony Fourmann
Nach einem Vorfall, bei dem sein kleiner Bruder beinahe ums Leben kommt, wird der elfjährige Marco von seiner Mutter verstoßen. Er reißt aus einem Pflegeheim aus und sucht Zuflucht bei Freunden in einem Zigeuner-Camp bei Marseille.
▶ Cinémathèque in der naTo, 8./9.5.

Kurzfilme aus dem Libanon
Libanon 2005-07, 115 min, OmeU, R: Diverse
Experimentelle Filme von jungen libanesischen Filmemachern über ihre Wahrnehmung europäischer Städte und Themen wie das Fremdsein in der Heimat und im Ausland.
▶ Cinémathèque in der naTo, 10.5.

Le Chant des Mariées – The Wedding Song
F/TN 2008, 100 min, OmeU, R: Karin Albou;
D: Karin Albou, Lizzie Brocheré, Najib Oudghiri, Olympe Borval
Tunis im Jahr 1942 unter deutscher Besatzung: Die Muslima Nour und die Jüdin Myriam sind seit ihrer Kindheit Freundinnen. Sie leben im selben Haus in einem moderaten jüdisch-islamischen Viertel. Mit der Präsenz deutscher Truppen in Tunis verändert sich das Leben aller radikal.
▶ Cinémathèque in der naTo, 7./8.5.

Rome Rather Than You
ALG/D/F 2006, 111 min, R: Tariq Tequia;
D: Ahmed Benaissa, Rachid Amrani,
Samira Kaddour
Kamel träumt davon, Algerien mit seiner Freundin Zina für immer zu verlassen und nach Italien zurückzukehren, wo er einst Pizzen buk. Um die nötigen Papiere zu erhalten, begeben sie sich in ver-waisten Vorstädten auf die Suche nach einem Schmuggler, der ihnen helfen soll.
▶ Cinémathèque in der naTo, 11./12.5.

The Time That Remains
B/F/GB 2009, 109 min, OmeU,
R: Elia Suleiman; D: Elia Suleiman,
Leila Muammar, Saleh Bakri
Semi-biografisch erzählt Elia Suleiman in vier Episoden vom Werdegang seiner Familie – ausgehend vom Jahre 1948 bis heute. Inspiration waren ihm dabei die Tagebücher seines Vaters – beginnend mit seiner Zeit als Widerstandskämpfer – sowie Briefe der Mutter an Familienmitglieder, die damals gezwungen waren, das Land zu verlassen.
▶ Cinémathèque in der naTo, 9./10.5.

6.-12.5., naTo
Film | aus dem kreuzer-Heft 05.10

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