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Von Kernen und Körpern

Mit »Kernstück II« geht die Compagnie mintrot und schwarz dem Wesen des Tanzes auf den Grund

Zwei Frauen vorm Spiegel zittern synchron, brechen auf und begeben sich in den tiefen Raum der Werkstattbühne im Lofft. Die Compagnie mintrot und schwarz, hier vertreten durch die beiden Tänzerinnen Jana Rath und Marlen Schumann, zeigt mit »Kernstück II« ein kurzes, aber faszinierendes Stück Leipziger Tanz.

Zwei Frauen vorm Spiegel zittern synchron, brechen auf und begeben sich in den tiefen Raum der Werkstattbühne im Lofft. Die Compagnie mintrot und schwarz, hier vertreten durch die beiden Tänzerinnen Jana Rath und Marlen Schumann, zeigt mit »Kernstück II« ein kurzes, aber faszinierendes Stück Leipziger Tanz.

Leicht und locker in virtuoser Einfachheit kommen sie daher im ständigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz, zwischen dem tiefen Blick zusammen oder der Suche des Solitärs. Schön ist das anzusehen, wie sie aus kleinen Spieleinfällen große Körperbilder basteln, in denen sie sich zusammenknoten, stützen oder einfach nur in gekonnter Parallelität üben, nur um aus dieser dann noch eine Spur weiter zu drehen.

Die Musik tut ihr Übriges, wird ein eigener Protagonist. Von minimalistischen Elektro-Beats geht es direkt über zu Nirvana und endet nach einer Reise über französische Chansons und Vogelstimmen bei der bekannten 8-Bit-Tetris-Melodie. Daneben zaubert das Duo Bilder. Wenn Jana Rath sich gekonnt an einer über ihr gespannten weißen Decke abmüht, die Raths Bewegungen durch ihre Widerständigkeit betont und formt, während Marlen Schumann aus dem gleichen Impuls heraus unbedarft herumspringt, dann entstehen große Momente.

Ganz zum Schluss ist dann sogar das Publikum gefragt bei einer kleinen Sitz-Choreografie. Wer zum Kern des Tanzes vordringen will, der kann dies vielleicht als Ausgangspunkt der Reise nehmen. Auch für alle anderen dürfte »Kernstück II« ein visuell-gefühlvoller Gewinn sein.

31.5., 20 Uhr, Lofft
Theater | aus dem kreuzer-Heft 05.10

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