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Freitag 2.0

Die Distillery startet ihre neue Freitag-Reihe »Fenster zum Hof«

Die Distillery ist volljährig geworden. Und der 18. Geburtstag wurde im Oktober bereits gewohnt groß gefeiert. Vielleicht
markiert er im Nachhinein aber auch einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte eines der ältesten deutschen Clubs für elektronische Musik. Wie jeder in der Pubertät irrte auch die Distillery in den letzten Jahren programmatisch etwas profillos umher. Das soll sich nun ab November ändern – etwa mit der neuen Freitag-Reihe »Fenster zum Hof«.

Die Distillery ist volljährig geworden. Und der 18. Geburtstag wurde im Oktober bereits gewohnt groß gefeiert. Vielleicht markiert er im Nachhinein aber auch einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte eines der ältesten deutschen Clubs für elektronische Musik. Wie jeder in der Pubertät irrte auch die Distillery in den letzten Jahren programmatisch etwas profillos umher. Das soll sich mit dem neuen Erwachsensein nun im November ändern.

Schon von außen ist der Club durch die Verlängerung der Kurt-Eisner-Straße in Richtung Alte Messe ganz neu im Stadtbild präsent. Der Wochenend-Exzess endet nicht mehr in einer dunklen Sackgasse. Er ist an eine vierspurige Straße mit eigener Fußgängerampel an­gedockt. Zu dieser neuen Offenheit passt auch die im November startende Neuausrichtung des Freitag-Programms. »Fenster zum Hof« heißt die neue Reihe, die die Distillery neben den Partys auch als Ort für sozialen und kreativen Austausch definieren möchte.

»Der Hof ist überall auf der Welt ein urbaner Ort, an dem Freunde, Familie und Bekannte zusammenkommen, um zu feiern oder um gemeinsam aktiv zu werden«, erklärt Steffen Thieme die Etymologie des Namens. Der Kulturwissenschaftsstudent verzichtete in diesem Jahr auf seinen Sommerurlaub und erarbeitete statt­dessen das Konzept für eine Party-Reihe mit Rahmenprogramm. Kein leichtes Unterfangen, konnte der FridayClub doch eine Zeit lang einen überaus guten Ruf als musikalischer Jung­brunnen in der Stadt genießen. Verschiedene Party-Crews holten zahlreiche internationale Szene-Größen abseits der klassischen Techno- und House-Pfade heran. Von diesem Puls der Zeit entfernte sich das Freitagsprogramm der letzten Jahre aber immer weiter.

Und so bran­dete der unverbrauchten Euphorie Steffen Thiemes für den Freitagsneustart durchaus auch Skepsis erfahrener Club-Aktivisten ent­gegen. Thieme machte aber bereits im Herbst 2009 gute Erfahrungen mit der Party-Reihe »Mad Again« – damals vermischte er elektronische Club-Musik verschiedener regionaler Mikro-Genres mit Street Art-Aktionen. Dies überzeugte auch den Distillery-Betreiber Steffen Kache. Er gab Steffen Thieme die Freiheit, das Konzept als stilprägendes Programm-Element auszuarbeiten. Mit »Fenster zum Hof« startet der Freitag nun bereits weit vor Mitternacht – und zwar mit Street Art-Ausstellungen, Tanz- und DJ-Workshops, Vorträgen, Diskussionen, Filmen und den schon jetzt stattfindenden Poetry Slams.

»Ich sehe den neuen Freitag als eine Mischung aus Conne Island und Superkronik«, so Thieme. Das Programm soll gemeinsam mit dem Publikum wachsen, wer sich kreativ ausleben möchte, kann die Distillery daher ab sofort als Ort in den Blick fassen. Auch für soziales Engagement: Regelmäßig sollen Benefizveranstaltungen für die Vereine Forikolo, Help Jamaica! und Stadtpfadfinder stattfinden. Gebündelt werden alle neuen Aktivitäten rund um den Freitag künftig auf einer eigenen Website. Damit legt die Distillery eventuell den Grundstein für eine neue ganzheitliche Club-Ausrichtung – einen Club 2.0.

5.11., Eröffnung der Partyreihe, Distillery
http://www.fenster-zum-hof.org
aus dem kreuzer-Heft 11.10

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