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Leipzig bald mit neuem Logo

Der Stadtrat beschließt, erste »Fairtrade-Town« in Sachsen zu werden – nun muss die Wirtschaft mitziehen

Willkommen in Leipzig, der Hauptstadt der Stadttitel. Messestadt, Olympiastadt, Klimastadt, WM-Stadt, was wollte Leipzig nicht schon alles sein und wie viele Löwen sind dabei als Bettvorleger gelandet. Jetzt gibt es ein weiteres Etikett, das die sympathische Möchtegern-Metropole sich anheften möchte: Fairtrade-Stadt. Das hat der Stadtrat beschlossen und dafür gleich auch eine lokale Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, die vom Verein »Eine Welt« koordiniert werden soll.

Willkommen in Leipzig, der Hauptstadt der Stadttitel. Messestadt, Olympiastadt, Klimastadt, WM-Stadt, was wollte Leipzig nicht schon alles sein und wie viele Löwen sind dabei als Bettvorleger gelandet. Jetzt gibt es ein weiteres Etikett, das die sympathische Möchtegern-Metropole sich anheften möchte: Fairtrade-Stadt. Das hat der Stadtrat beschlossen und dafür gleich auch eine lokale Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, die vom Verein »Eine Welt« koordiniert werden soll.

Chefkoordinator dort ist Martin Finke, der im Bereich Fairer Handel bundesweit starken Nachholbedarf sieht: »In England gibt es sogar ganze Fairtrade-Regionen.« In Sachsen heißt es da noch dicke Bretter bohren, aus FSC-zertifiziertem Holz natürlich. Finke will zusammen mit Partnern aus der Zivilgesellschaft und Wirtschaft Leipzig zur ersten Fairtrade-Stadt in Sachsen machen und so den fairen Gedanken vorantreiben. In Deutschland gibt es derzeit 27 Fairtrade Towns, die an der Kampagne der Fairtrade Labelling Organisation teilnehmen.

Neben Kampagnen- und Bildungsarbeit in Schulen, Vereinen oder Kirchen sind vor allem die Geschäfte und Gastronomen vor Ort gefragt: 41 Gastronomiebetriebe und 82 Kaufgeschäfte müssen Produkte aus fairem Handel anbieten, um den Titel zu ergattern. Dabei muss aber nicht die gesamte Palette umgestellt werden, sondern nur ein kleiner Teil des Sortiments das Fairtrade-Logo tragen. Ein sehr kleiner Teil. Bereits zwei Produkte reichen, um sich als Fairtrade-Laden auszuzeichnen. »Das ist wenig, aber so sind leider die bundesweiten Bedingungen. Wir hoffen, dass die meisten Teilnehmer mehr als die Mindestbedingungen erfüllen«, so Finke, dessen Verein in seinen beiden Eine-Welt-Läden ausschließlich Fair-Trade-Produkte anbietet.

Finke hofft auf den Titel, sieht aber die Stadt in der Pflicht. Mit dem Umsetzen der Richtlinie, auf gerechte Produktionskriterien wie Verzicht auf Kinderarbeit oder Lohndumping zu achten, tue Leipzig sich noch schwer, denn die entsprechenden Richtlinien werden gerade noch von der Verwaltung erarbeitet. Auch in Firmen könne auf faire Produkte geachtet werden. »Wenn der Kaffee immer das Fairtrade-Logo trägt, können Angestellte auch über die Kaffeekasse die Aktion unterstützen.«
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http://www.leipzig-handelt-fair.de
aus dem kreuzer-Heft 01.11

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