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»Wir sprechen hier von Baustellen-Events«

Die Aula des Paulinums ist für viele Veranstaltungen vorgesehen – doch bisher gab es nur Gottesdienste

Das Paulinum am Uni-Campus befindet sich im Bau, trotzdem fanden schon erste Andachten statt. Dabei war es nicht als Gotteshaus geplant. Der Universitäts-Kanzler Frank Nolden im Interview über die Zukunft des Paulinums.

Das Paulinum am Uni-Campus befindet sich im Bau. Trotzdem fanden schon erste Andachten statt. Dabei war es nicht als Gotteshaus geplant. Der Universitäts-Kanzler Frank Nolden über die Zukunft des Paulinums.

kreuzer: Auf der Baustelle fanden bereits Gottesdienste statt. Wird es bei dieser einseitigen Nutzung bleiben, bis der Bau wie angepeilt Mitte 2012 fertiggestellt ist?

FRANK NOLDEN: Im Moment kann man nicht wirklich von »Nutzung« des Baus sprechen, sondern vielmehr von »Baustellen-Events«. Es gab zwei Gottesdienste, es gab die Festveranstaltung anlässlich 600 Jahre Universität Leipzig und die Öffnung zur »Langen Nacht der Wissenschaften«. Wichtig ist jetzt der Fortgang der Bauarbeiten, damit die vollständige Nutzung aller Räumlichkeiten möglich wird.

kreuzer: Thomaspfarrer Christian Wolff sagte kürzlich mit Blick auf den Paulinerverein, man müsse diskutieren, wie die »Universitätskirche angemessen genutzt« werden könne außerhalb der Gottesdienste. Wer entscheidet wirklich, was dort stattfindet?

NOLDEN: Eine Nutzergruppe ist natürlich die Theologische Fakultät, eine andere ist die Universitätsmusik. Und schließlich haben auch die großen Tagungen und Kongresse unserer Hochschullehrer ein dezidiertes Interesse, ihre Festveranstaltungen in den beeindruckenden Räumen zu veranstalten.

kreuzer: Für wen ist das Paulinum denn ursprünglich vorgesehen?

NOLDEN: Neben der Universität wollen wir mit dem Gebäude auch die städtische Öffentlichkeit und Gäste der Stadt Leipzig ansprechen. Schließlich hat auch die Leipziger Messe ein deutliches Interesse signalisiert. Wichtig ist, dass das Paulinum ein Ort des feierlichen Zusammentreffens von Wissenschaft und Gesellschaft und möglichst ein Ort des intellektuellen und geistlichen Austauschs wird.

kreuzer: Die Mehrzweck-Aula ist auch für szenische Bespielbarkeit ausgelegt. Wäre es möglich, eine studentische Aufführung der »Rocky Horror Show« hier zu erleben?

NOLDEN: Prinzipiell wird das Paulinum so geplant, dass dies ermöglicht werden kann.

kreuzer: Nicht alle befürworten eine weltliche Nutzung des Paulinums. Wie verhält man sich in Diskussionen, bei denen das Gegenüber die eigene Position, die demokratische Willensbildung der Universität nicht anerkennt und das Paulinum eine Kirche nennt?

NOLDEN: Das ist immer eine sehr schwierige Situation. Wir akzeptieren natürlich andere Auffassungen, versuchen aber immer um Verständnis für unsere Position zu werben. Auch wenn dies manchmal vergeblich ist.


aus dem kreuzer-Heft 01.11

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