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Ulf Schirmer stärkt Felix Magath den Rücken

Der neue Opernintendant stellt seine Leipziger Pläne vor

Vollendet das ewige Werk: Nach Jahren der Leere hat Leipzig wieder einen richtigen Opernintendanten. Der Hochkulturbürgermeister Burkhard Jung ist glücklich, lobt die Zustimmung des Stadtrates und blickt zufrieden auf den von ihm eingefädelten Deal: Mit Ulf Schirmer hat er einen neuen Leiter gefunden, der der Musikbaustelle am Augustusplatz wieder neues Leben einhauchen möchte.

Vollendet das ewige Werk: Nach Jahren der Leere hat Leipzig wieder einen richtigen Opernintendanten. Der Hochkulturbürgermeister Burkhard Jung ist glücklich, lobt die Zustimmung des Stadtrates und blickt zufrieden auf den von ihm eingefädelten Deal: Mit Ulf Schirmer hat er einen neuen Leiter gefunden, der der Musikbaustelle am Augustusplatz wieder neues Leben einhauchen möchte.

„Ich bin sehr froh über das eindeutige, deutliche, überwältigende Votum des Stadtrates“, lobt Jung seine Abgeordneten. Diese haben Ulf Schirmer fast geschlossen ins Amt gehoben. Auf die zugegeben unfaire Nachfrage, wie viele der Stadtverordneten den neuen Intendanten schon einmal als Dirigenten erlebt haben, weicht der OB aus: „Wollen Sie das zitieren? Dann sage ich dazu Nichts.“

Und genau das ist das Erbe, mit dem sich Schirmer herumschlagen muss: die Oper ist in L.E.. zu einem Tempel für Randgruppen verkommen. Der neue Chef ist nicht nur Dirigent, er gibt sich auf seiner ersten Pressekonferenz als schlagfertiger Macher mit trockenem Humor, der sich seiner Aufgabe bis 2016 stellt, Rückschläge einplant und sich gegenüber Kritikern warm anzieht: „Ich ziehe das durch, auch wenn Gegenwind nicht ausbleiben wird. Man kann nicht, wie beim Fußball, einen Trainer in Frage stellen, wenn ein Spiel verloren wird.“

Seine Pläne kurz gefasst: Die Musik hat wieder Priorität, die Szene wird nicht verkümmern. Und vor allem müssen mit einem starken Repertoire wieder mehr Zuschauer gewonnen werden. Eine Öffnung des Hauses am Sonntag um 11 Uhr, kleine Veranstaltungen in Muko und Oper, ein Wagnerring für Groß und einer für Klein, viel pädagogische Arbeit. Große Opern sollen in kleinen Besetzungen an der Muko herausgebracht werden, um Kinder und Jugendliche mit den Stücken vertraut zu machen.

Es darf aber auch davon ausgegangen werden, dass Opern wie Carmen oder Holländer ohne szenische Vergewaltigungen und somit jugendfrei aufgeführt werden. Chefregisseur Peter Konwitschny wird weiterhin zwei Inszenierungen pro Spielzeit anbieten, allerdings mit einem Unterschied: „Ich bin kein Freund von Übernahmen, vor allem dann nicht, wenn uns dann nicht die Rechte an den Produktionen gehören“, skizziert Ulf Schirmer eine Trendwende. Bedeutet: Konwitschny wird vor allem wieder neue Inszenierungen herausbringen – und nicht, wie gerade in diesem Monat, mit Cosi und Elektra zwei Übernahmen hintereinander servieren. Der Gluck-Ring wird, trotz katastrophaler Auslastung der bisherigen zwei Teile, nicht abgesetzt. Vieles wird erst in den nächsten Tagen konkreter werden. „Wir haben gestern begonnen, über seine neuen Stücke zu sprechen“, erklärt Ulf Schirmer.

Der Intendant, der nebenbei künstlerischer Leiter des Münchner Rundfunkorchesters bleiben wird, wird acht Monate im Jahr tatsächlich in Leipzig präsent sein. „Ich habe als Ballettdirigent angefangen, und ich werde in Leipzig auch Ballettaufführungen leiten“, kündigt der Neue an der Spitze des Hauses an – und will somit seine Verbindung zu allen Sparten manifestieren.

Der bisherige Interimsintendant Alexander von Maravic wird abberufen, er behält für die Restlaufzeit seines Vertrages bis 2012 seine Bezüge und steht beratend zur Seite. Könnte bedeuten: Gutes Geld für wenig Arbeit.


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