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Schön Mode schauen

Spektakulär: »Der letzte Schrei« vermengt alles zum stylisch-schrillen Catwalk-Cocktail

Der Beititel »eine theatrale Modenschau« ist eine glatte Untertreibung für diesen Abend. Was das TheaterPack mit »Der letzte Schrei« auf die Beine stellt, ist ein ästhetischer Rundumschlag, bei dem wenig ausgelassen wird. Schon am Empfang lauert die große Show. Eine Schlange kämpft um den Einlass auf den roten Teppich – Vorsicht vor der kleinen Bodenwelle. Im Blitzlichtgewitter wird man begrüßt, bekommt ein Gläschen Sekt gereicht und zuvorkommende junge Damen und Herren geleiten die Zuschauer zu ihren Plätzen. Und dann, dann geht’s erst richtig los.

Im Blitzlichtgewitter wird man begrüßt, bekommt ein Gläschen Sekt gereicht und zuvorkommende junge Damen und Herren geleiten die Zuschauer zu ihren Plätzen. Diese befinden sich links und rechts eines imposanten Laufstegs, der sich durch den Raum zieht. Am Kopfende stehen in bunten Overalls verpackte Musiker und nehmen alsbald ihr Klang-Spiel auf. Die Band begleitet das folgende Spektakel lautmalend in Wort und Ton.

Sobald eine ominöse Berühmtheit – man erkennt ihren Status am Gefolge und der Fotografenmeute – ihren Sitzplatz in der ersten Reihe gefunden hat, beginnt das Mode-Schauen. Schöne Menschen fangen an, über den Laufsteg zu spazieren. Immer wieder passiert dabei Ungereimtes. Wie über eine unsichtbare Schwelle stolpern die Mode-Tragenden. Im Hintergrund hört man die Models streiten – man sieht lediglich ihre Silhouetten, weil ein Stoffvorhang den Backstage-Blick nur halbtransparent zulässt. Es dreht sich darum, wer denn in des Designers Gunst das blasierte Näschen am weitesten vorn hat und das Brautkleid – eine Sünde in Weiß – tragen darf. Zickenalarm, in dem die Streitenden nicht nur weiblich sind.

Die Kleider der Schauspielenden/Models sind keine Inszenierungen: Sie stammen von den Jung-Designern Bianca Bannach und Weerasak Karnchuang. In vier Durchgängen zeigen sie ihre Kreationen für den Alltag wie den großen Moment. Diese hat Regisseur Frank Schletter zu kleinen Szenen auf dem Laufsteg arrangiert. Man sieht etwa das bunte Treiben an einem Imbissstand oder das Schaulaufen am Pier 1. Dazwischen sind mit Akrobatik am vertikalen Seil und Ring-Trapez artistische Kleinkunstakte gewoben. Und immer wieder sind Konflikte aus der Maske zu erahnen. Auch wenn man nicht alles versteh, was sich hier abspielt, so zieht diese Revue in ihren Bann und man kann nicht anders, als sich einfach auf das opulente Gesamtkunstwerk einlassen – denn diese Schau haut aufs Auge.

Nächste Vorstellung am 29.4., 20 Uhr, Werk 2/Halle D
http://www.theaterpack.com
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