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Was kommt nach der Flut?

Der Dokumentarfilm »There Once Was An Island« zeigt, dass der Klimawandel bereits Realität ist

Südsee-Insulaner im Kampf gegen den Klimagau: Das Bündnis 90/ Die Grünen und Gisela Kallenbach (MdSL) zeigen am Donnerstag im Café Knicklicht Briar Marchs Dokumentarfilm »There Once Was An Island: Te Henua E Nnoho«, der beim letztjährigen DOK Leipzig mit dem »Leipziger Ring« ausgezeichnet wurde. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussionsrunde statt, die Zuschauer sind herzlich willkommen mitzudiskutieren, der Eintritt für die gesamte Veranstaltung ist frei.

Palmen, weißer Sand, türkisblaues Meer: Takuu, eine kleine Insel im Südwest-Pazifik vor der Küste Papua-Neuguineas, ist ein idyllisches Paradies. Hier wohnen gerade einmal 600 Menschen – fernab jeglicher hochtechnisierter Zivilisation, Luftverschmutzung und Stromversorgung. Die Insulaner leben im Einklang mit der Natur, ernähren sich von Fischfang und selbst angebautem Getreide. Doch das friedliche Leben auf dem Südseeatoll ist ernsthaft bedroht: Den Bewohnern steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals.

Unaufhörlich steigt der Meeresspiegel an und wird zur existentiellen Gefährdung für ihre Heimat, denn Takuu liegt gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel. Warum das Meer verrückt spielt, wissen die Insulaner nicht. Dass der Anstieg des Wasserpegels mit dem weltweiten Klimawandel zusammen hängen könnte, liegt allerdings auf der Hand. Bedroht das Wasser zunächst »nur« die Ernten und weißen Strände, begräbt er im Laufe der Zeit nach und nach die Hütten der Bewohner unter sich. Während einige auf die Rettung durch Regierung (die plant eine Umsiedlung aufs Festland) und Wissenschaftler hoffen, warten andere auf die Hilfe Gottes. Schon in wenigen Jahren, so rechnen Experten, wird das Paradies unbewohnbar sein.

Über zwei Jahre lang beobachtete die Neuseeländerin Briar March das Leben der kleinen Inselgemeinschaft und ihren Umgang mit der ständigen Existenzbedrohung. Sie folgt Versammlungen auf dem Dorfplatz, in denen sich die Bewohner mit einer möglichen Umsiedlung auf das Festland auseinandersetzen, dokumentiert ihre traditionelle polynesische Lebensweise und folgt den Wissenschaftlern bei ihren Untersuchungen. Ohne moralischen Fingerzeig und in beeindruckenden Aufnahmen schildert Briar March den bitteren Kampf der Bewohner auf Takuu, die mit den Folgen des Klimawandels kämpfen müssen.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussionsrunde statt, mit folgenden Gästen: Gisela Kallenbach, Mitglied des Sächsischen Landtages, Kim Rupp-Gregory, Redaktion Leipzig Zeitgeist, Jürgen Kasek, Sprecher des Kreisverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Michael Koelsch, Stiftung Friedliche Revolution. Zuschauer und Zuhörer sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

19.5., 19 Uhr, Café Knicklicht: Dokumentarfilm und Gespräch, Eintritt frei.
»There Once Was An Island: Te Henua E Nnoho«, NZ 2010, 80 min, Dok, OmeU; R: Briar March
http://www.thereoncewasanisland.com
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