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Ahoi, Visionauten!

Leipzig feiert den Anschluss an die Weltmeere

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Ereignisse, die wir uns gewünscht haben: Zum 20-jährigen kreuzer-Jubiläum haben wir Meldungen geschrieben, die wir immer schon mal schreiben wollten.

Am 13. August ist es so weit: Unter den Klängen von Mendelssohns »Meeresstille und glückliche Fahrt« legt im Lindenauer Hafen die MS »Fröhliche Dörte« ab und geht auf große Reise – über den Elster-Saale-Kanal in Richtung Saale und schließlich über die Elbe bis nach Hamburg. Karl Heines uralter Traum nimmt so endlich Gestalt an: Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Pionier des Leipziger Westens damit begonnen, den Kanal schiffbar zu machen. Doch das Projekt geriet immer wieder ins Stocken, zuletzt stoppten die Nazis 1943 den Kanal-Ausbau kurz vor der Saale wegen Materialmangels. Seither fehlten noch zehn Kilometer zur freien Fahrt bis Hamburg. Alle Versuche, die restlichen Abschnitte zu verbinden, scheiterten am fehlenden Mut – und am Geld.

Bis vor drei Jahren Dieter Graf Landsberg-Velen kam, Mitglied im NOK und Unterstützer der Leipziger Olympiabewerbung für die Spiele 2012. In der Stunde der bitteren Niederlage, kurz nach dem Aus für Leipzigs kühnsten Traum, beschwor der greise Graf die versammelte Lokalpresse am 18. Mai 2004 mit den Worten: »Bewahren Sie die Kraft zu einer Vision!« Ein Satz, der im allgemeinen Kollektivschmerz zunächst fast unterging, jedoch schon bald erhört werden sollte. Der Rest ist bekannt – von der anschwellenden »Maritimen Montagsdemo« bis zum erlösenden Fördermittelbescheid aus Dresden. An Bord der »Fröhlichen Dörte« wird sich auch eine Delegation prominenter Leipziger befinden, unter ihnen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), »Bootspapst« Bernd Herold und die A-Jugend-Wasserballer der HSG TH Leipzig.
Sie werden von Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Tim Sommer, Chefredakteur des Kunstmagazins art, begrüßt – einem ehemaligen Leipziger.

Björn Achenbach

Der Autor war von 1995 bis 2009 Chefredakteur des kreuzer. Zurzeit leitet er im an Schifffahrtsgeschichten nicht eben reichen Hannover die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Staatsschauspiels.

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