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»Alle hassen Casanova«

Drei Fragen an Regisseurin Martina Eitner-Acheampong, die am Dienstag und Donnerstag in Gohlis auftritt

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Regisseurin Martina Eitner-Acheampong über ihre Sommertheater-Produktion »Casanova« im Gohliser Schlösschen.

kreuzer: Hat uns Casanova heute etwas zu sagen?

MARTINA EITNER-ACHEAMPONG: Casanova ist mit seinem libertinären Genussleben absolut modern, nur die Verführung ist in unserer pornografischen Zeit abhandengekommen. Verführung braucht Zeit. Doch Zeit ham wa nich. Schneller, schneller, schneller: Kurzgenuss und kleine, hektische Höhepünktchen, das wars. Die Zeit ist rum und Schluss.

kreuzer: Was reizt Sie an dem Stoff?

EITNER-ACHEAMPONG: Alle hassen Casanova, den Frauenverführer, den Hochstapler, Spieler, Betrüger, eitlen Bildungsbesserwisser. Frauen hassen ihn mehr moralisch, Männer hassen ihn als unschlagbaren Konkurrenten. Alle aber wollen ihn auch, den »ewig potenten«, den »Versager wie du und ich«, den Ehrlichen, der zu seinen Gelüsten und Fehlern steht und sich selbst darin auch ironisch sieht.

kreuzer: Heben Sie die ganze Autobiografie auf die Bühne?

EITNER-ACHEAMPONG: Das wird kein Abriss seiner Memoiren, nur einzelne Geschichten und unser heutiger Blick auf ihn sind zu sehen.

»Casanova«, 28. und 30.6., 20 Uhr, Gohliser Schlösschen

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