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Ein Kimono-Gürtel als Stuhl

Das Projekt »Japanisches Haus« bringt die Kultur und Kunst des Landes in leer stehende Leipziger Häuser

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Der Atomunfall in Japan und leer stehende Häuser in Leipzig, das hat erstmal nicht viel miteinander zu tun. Doch eine Gruppe Japaner in Sachsen stellt nun ihren ganz eigenen Zusammenhang her. In der Delitzscher Straße wollen sie ein temporäres japanisches Kulturzentrum schaffen.

»Beim Projekt ›Das Japanische Haus‹ geht es darum, leer stehende Räumlichkeiten wieder nutzbar zu machen, unbenutzten vergessenen Gegenständen eine neue Form zu geben und einen Platz für das Zusammentreffen der Menschen zu schaffen«, erklärt Veranstalterin Tomoko Katsumata. Ziel des temporären Umbaus sei es, alte und ungenutzte Möbel oder Gegenstände zu verwenden und diesen eine japanische Ästhetik zu verleihen. Die von Künstlern und Kunsthandwerkern hergestellten oder bearbeiteten Objekte werden dann verkauft, der Erlös geht an die japanische Hilfsorganisation RQ. Mit ihrem Projekt wollen die Macher den Wiederaufbau unterstützen und zugleich ein anderes Bild von Japan in Deutschland zeigen als das, das in den Fernsehbildern während des Reaktor-Unglücks gezeigt wurde.

Die Idee, das Potential leer stehender Räume in Leipzig zu nutzen und einen japanischen Raum zu schaffen, hatte die Gruppe allerdings schon vor einem Jahr. »Ein Teehhaus, ein Ort, wo man Workshops abhalten kann oder Vorträge halten oder hören«, meint Katsumata, die eigentlich in Dresden lebt. »In Leipzig gibt es eine Menge japanische Künstler, die haben wir angefragt, ob sie mitmachen wollen.«

Vier von ihnen stellen nun bei der Vernissage ihre Künste aus, darunter auch Fotos und Illustrationen. Die Gründer des »Japanischen Hauses« suchen aber vor allem Möbel und Gebrauchsgegenstände, die sie auf japanische Art umgestalten können. So bekommt dann zum Beispiel ein gewöhnlicher Stuhl ein Sitzkissen aus Stoff eines japanischen Kimomo-Gürtels. Wer seine Möbel loswerden will, kann sich bei ihnen melden genauso wie jeder, der sich selbst künstlerisch betätigen möchte.

Desweiteren sind verschiedene Event-Workshops geplant, unter anderem eine Ausstellung über das Katastrophengebiet,Diskussionen zum Thema Atomenergie in Japan, ein »Go«-Spieleabend und ein Workshop »Färben mit Natur & Origami«.

Vernissage: 23. 7., 18 - 22 Uhr, Japanisches Haus, Delitzscher Str. 3

Kontakt : Das Japanische Haus
japanischeshaus@googlemail.com
Tel. +49 (0)152 0590 9735
Ansprechpartnerin: Tomoko Katsumata

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