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Neues Gelände, neues Glück

Der Heavy-Celeste-Beitrag zum Sommer-Festival-Tagebuch: Das Party.San

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Der Umzug des Party.San ins thüringische Schlotheim war die richtige Entscheidung. Anders als im vergangenen Jahr versank das Extrem-Metal-Festival trotz durchwachsenem Wetter nicht im Schlamm – und wurde wieder ein Fest.

Etwas gewöhnen werden sich die Schlotheimer – die Kleinstadt ruht in der Nähe von Mühlhausen vor sich hin – wohl noch an die Horden schwarz gekleideter Menschen. Morbide T-Shirt-Motive, Nieten, Stiefel, Lederjacken und vorrangig langhaarige Männer sind halt nicht jedermanns Sache. Aber auch die Menschen in Bad Berka hatten das feine Stück Festival irgendwann ganz lieb gewonnen – nicht zuletzt wegen der Umsätze. Nach dem buchstäblichen Schlammmassel 2010 ist das Party.San auf ein besser geeignetes Gelände umgezogen und die Schlotheimer werden schon noch merken, dass der erste Eindruck manchmal trügt. Und das trifft auch auf die Festivalgänger zu.

Denn auf den ersten Blick war nichts von der vertraut kuscheligen Metal-Arena zu sehen. In einem zubetonierten Gewerbegebiet liegt der kleine Flughafen, der zunächst nach Asphalt aussah. Begab man sich aber aufs eigentliche Festivalgelände, fühlte man sich dann doch wieder zu Hause. Bühne, Buden, Partyzelt: Alles war beim Alten, man vergaß den Ortswechsel einfach und konnte sich der Musik und dem gepflegten kollektiven Gelage hingeben. Denn daraus besteht das Party.San wesentlich. Vergessen Sie alles, was Sie über ein Metal-Festival zu wissen glaubten! Schlamm-Catchen und Wikingerdorf, Mambo Kurt und Paulaner Biergarten haben damit nichts zu tun. Da können Tagesschau & Co. noch so oft vom Wacken Open Air berichten: Es bleibt ein Kindergarten. Und die Scorpions dürften auf dem Party.San niemals spielen, auch wenn ihr Wende-Wind-Gesäusel die am Donnerstag vom Sturm abgedeckte Bühne hübsch ironisiert hätte.

 

»Matze, Du alte Schlange«, schallt es singend vom Zelt nebenan herüber. Da haben sich wohl zwei Freunde wieder getroffen. Und das ist ein weiterer Kern des relativ übersichtlichen Party.San. Man läuft sich hier immer wieder über den Weg und nicht wenige Menschen treffen sich nur einmal im Jahr genau an diesem Wochenende. Die Bekanntschaftspflege fiel heuer intensiver aus, was an der – nach subjektiver Schätzung – geringeren Besucherzahl als in den letzten Jahren liegen mag. Vielleicht aber war das auch der leicht veränderten Form des Geländes geschuldet, die alles insgesamt kompakter wirken ließ. Wie dem auch sei: Man kam aus dem Grüßen und Prosten kaum heraus. Auch musikalisch waren es die guten alten Party.San-Bekannten, die für den Autor dieser Zeilen heraus stachen: Besonders Primordial, Enslaved und Hail of Bullets machten die drei Tage zum Fest. – Hell was open.

http://http://www.party-san.de/

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