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»Erfolg ist möglich, das haben wir bewiesen«

Detlef Schubert, neuer Vorsitzender der Leipziger CDU über Wirtschaftspolitik, den OBM-Wahlkampf 2013 und sein Alter

Detlef Schubert, Leipziger CDU-Vorsitzender, Foto: Ludwig Ander-Donath Größeres Bild

Detlef Schubert (CDU) ist in die Leipziger Politik zurückgekehrt. Von 1997 bis 2006 war er Wirtschaftsdezernent der Stadt, dann ging er als Referent im Wirtschaftsministerium nach Sachsen-Anhalt. Jetzt ist er Rentner – und seit Anfang Oktober Chef der Leipziger CDU.

kreuzer: Sie könnten Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Wieso haben Sie sich entschieden, für den Parteivorsitz zu kandidieren?

DETLEF SCHUBERT: Ich hatte in meinem Leben eigentlich immer das Glück, in Führungspositionen zu sein. Ich bin nicht der klassische Parteioffizier, sondern war immer Quereinsteiger. Immer dort, wo Trouble war, bin ich gerne eingestiegen. Ich habe viel Erfahrung gesammelt, und jetzt will ich der Stadt, den Bürgern und vor allem den jungen Leuten etwas zurückgeben.

kreuzer: Detlef Schubert, der Trouble-Shooter. Ist die Leipziger CDU in Schwierigkeiten?

SCHUBERT: Die Leipziger CDU ist in keinen anderen Schwierigkeiten als die restlichen Parteien auch. Sie ist eine klassische Partei mit traditioneller Gliederung, und da haben Sie immer unterschiedliche Meinungen und Auffassungen. Ich habe nun das große Glück, dass ich an dieser Auseinandersetzung nicht teilnehmen muss, weil ich ja weder in den Bundestag noch in den Landtag will, noch muss ich mir ein Mandat absichern.

kreuzer: Sie sind deutlich älter als Ihr Vorgänger Hermann Winkler und ihr Konkurrent Thomas Feist. Was bedeutet dieser umgekehrte Generationswechsel für die CDU?

SCHUBERT: Ich sehe das gar nicht als Generationswechsel. Schauen Sie sich doch mal das Durchschnittsalter der bundesdeutschen Bevölkerung an: Ich liege in der Mitte. Und wenn es darum ging, etwas zu bewegen, war ich oft viel schneller als Jüngere. Ich nehme es in Sachen geistiger Beweglichkeit mit jedem 25-Jährigen auf.

kreuzer: Was genau wollen Sie bewegen und anders machen als Ihr Vorgänger?

SCHUBERT: Ich möchte der CDU ein Gesicht geben. Das ist für mich relativ einfach, weil ich in der Stadt verankert und bekannt bin. Städte, in denen Bewegung herrscht, werden häufig von Gesichtern geprägt. Diesen Stellenwert kann Leipzig bekommen.

kreuzer: 2013 ist Oberbürgermeisterwahl. Wie rüsten Sie sich für dafür?

SCHUBERT: Zunächst einmal ist das Kandidatenthema ein besonderes.  Ich kann mir eine junge Frau vorstellen, die etwas vom Politgeschäft versteht, die kommunikationsfähig ist und die für dieses Amt brennt. Und wenn es ein Mann ist, der diesem Profil entspricht, ist es mir auch recht. Aber Sie werden von mir nichts über mögliche Kandidaten hören.

kreuzer: Mit welchen Themen will die CDU  punkten?

SCHUBERT: Zunächst einmal gibt es das Kernthema Wirtschaft. Wirtschaft ist die zentrale Frage und Voraussetzung für Sozialpolitik, für Kulturpolitik, für jegliche Art von Politik, ansonsten bekommen wir Griechenland, und das will keiner. Natürlich ist Wirtschaft etwas Schwieriges und Kompliziertes. In der Wirtschaftspolitik ist die CDU kompetent, wir haben gute Leute und sind gut vernetzt. Zum anderen hat die Kultur hier einen hohen Stellenwert. Auch die Infrastruktur, und darunter verstehe ich auch Bildungsinfrastruktur. Bildung muss man wollen, sie hängt auch immer von dem ab, der sich bilden lassen will. Sie müssen die Menschen anhalten, das auch zu tun, und das ist ein hartes Geschäft.

kreuzer: Nun wird aber gerade die Wirtschaftspolitik von CDU-Dezernenten mitbestimmt.

SCHUBERT: Für alles, was in einem Rathaus geschieht, gibt es einen Chef. Er ist Dienstherr und  hat die Verantwortung für alles. Wir brauchen einen Oberbürgermeister, der auch die Beigeordneten zur realen Arbeit bringt und nicht nur moderiert. In den letzten fünf Jahren ist kaum was Neues passiert, sondern sind nur Entwicklungen weitergeführt worden, die fast Selbstläufer waren. Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. Ich bin der tiefen Überzeugung, wenn wir mehr Geld in Wirtschaftspolitik und Akquisition stecken, werden wir auch Zuwachs bekommen. Erfolg ist möglich, das haben wir ja bewiesen.

kreuzer: Sie scheinen sich ziemlich sicher zu sein, dass Leipzig in zwei Jahren ein Parteiwechsel an der Stadtspitze bevorsteht. Weshalb?

SCHUBERT: Ich habe in meinem Leben immer Erfolg gehabt, und ich setze auf Erfolg. Der Wechsel muss stattfinden und ist vorprogrammiert. Und alle Bürger sind eingeladen, diesen Wechsel herbeizuführen, vor allem die Wähler.

kreuzer: Bis es so weit ist, stellt die CDU die stärkste Stadtratsfraktion. Wie wollen Sie in der Kommunalpolitik an Profil gewinnen?

SCHUBERT: Es ist ein Unding, dass wir nur zwei Dezernenten haben, obwohl wir die stärkste Stadtratsfraktion sind. Da ist gekungelt worden. Herr Jung hat seine Wahl abgesichert, indem er den Linken mehr Positionen verschafft hat, als ihnen zustehen. Ich sage: Wirtschaft und Finanzen und ein drittes Dezernat stehen der CDU zu, und auch anderen Fraktionen stehen noch Dezernate zu.

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