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Heine, der Zufriedene

Der Handball-Nationaltrainer Heine Jensen und seine Liebe zu Leipzig

Heine Jensen dehnt sich. Foto: Lukas Becker Größeres Bild

Heine Jensen, der ehemalige Trainer des HCL, bleibt Leipzig auch als Handball-Frauen-Nationaltrainer treu. Beim Laufen erklärt er, warum.

Joggen entlang der Elster mit Heine Jensen: Nach dem ersten Kilometer bildet der Schweiß Rinnsale auf dem Gesicht des Nationaltrainers der Handball-Frauen. Auch wenn der aus dem dänischen Thisted stammende Coach gerade so aussehen mag: Ein Hitzkopf ist er nicht. Dazu besteht auch kein Grund, denn es läuft gut für Jensen. Die vergangenen drei Jahre lang war er Trainer des Leipziger Handball-Clubs HCL, eines der erfolgreichsten Vereine in der Bundesliga. »Ich bin dankbar, dass man mir in so jungen Jahren diese Chance gegeben hat«, sagt der 34-Jährige. Zusammen mit seinen »Mädels«, wie Jensen die Spielerinnen nennt, hat er in drei Jahren zweimal die deutsche Meisterschaft gewonnen und war bei nationalen und internationalen Turnieren dabei. »Ich hoffe, das solide Fundament des Vereins verbreitert zu haben«, sagt er.

Für die Frage nach der schwachen vergangenen Saison, die der HCL ohne Titel abschloss, zeigt er Verständnis. »Vielleicht lag das auch an meiner Doppelfunktion«, sagt er und kneift die blauen Augen kaum merklich zusammen. Der Deutsche Handballbund verpflichtete ihn Ende März als Nationaltrainer. Von da an war er vorübergehend Chef zweier Teams. Wobei er das Wort »Chef« gar nicht mag. Er will allen auf Augenhöhe begegnen – was vielleicht an seiner Berufsausbildung liegt: »Ich habe in Dänemark im Sozialamt gelernt und viel Leid gesehen«, sagt Jensen. Sein Leben als ehemaliger Handballspieler und jetziger Trainer erfüllt ihn: »Wenn das Einzige ist, was mir passieren kann, ein Spiel zu verlieren, dann geht es mir gut.«

Seit dem Sommer ist er ausschließlich Nationalmannschafts-Coach. Von Leipzig aus startet Jensen zu Lehrgängen, auf denen er die Spielerinnen trainiert, fährt zu Bundesliga-Spielen quer durch Deutschland oder fliegt zur Weltmeisterschaft in Brasilien Ende des Jahres. Leipzig ist dabei sein Wohnort geblieben. Im Waldstraßenviertel, wo er und seine Partnerin, die HCL-Spielerin Mette Ommundsen, wohnen, fühle er sich »richtig wohl«. Nach einer dreiviertel Stunde Joggen fällt ihm lediglich eine Sache ein, die ihn nervt: »Von Leipzig aus gibt es keine Direktflüge nach Skandinavien.« Mit dem Ärmel seiner schwarzen Sportjacke wischt er sich die Schweißperlen von der Stirn und winkt ab: »Auf die Pulsuhr schaue ich besser nicht.«

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