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Schmierfinken mit Visionen gesucht

Wie das Lofft nach Visionen in der Stadt schaut

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Wanted: Narrenhände. Leere Plakate rufen die Leipziger zur Selbstgestaltung auf und bitten um visionäre Teilnahme.

»Was ist Deine Vision?«, fragen seit ein paar Tagen Plakate an vielen Stellen in der Stadt. Der aufgedruckte güldene Rahmen ist leer und die Freifläche ruft zum Mitgestalten auf. Nun ist das Bonmot vom paffenden Altkanzler Helmut Schmidt über Visionen und den angeratenen Gang zum Arzt allbekannt. Der Posteraufruf ist allerdings künstlerisch intendiert. Er ist eine unkonventionelle Werbemaßnahme des Lofft für eine unkonventionelle Produktion.

In »D’Arc Visions« setzt sich das Künstlerkollektiv Frempon, Krahl, Schubert mit Visionen und Visionären, Utopien und Utopisten auseinander. Dafür arbeiten sie sich exemplarisch an der Figur Jeanne d’Arc ab, die von der Hure bis zur Heiligen viele Interpretationen übergestülpt bekam. Kollektiv-Mitglied Simon Krahl erklärt im aktuellen kreuzer den Ansatz: »Wir leben in dem Dilemma, einerseits große Entwürfe zu vermissen und andererseits von vorherigen Visionären enttäuscht und mit unserer Unfähigkeit, eine eigene Vision zu behaupten, konfrontiert zu sein. Der Weg zu großen politischen Veränderungen ist unweigerlich ein blutiger, daher stellen wir uns auch die Frage: Wie weit zu gehen sind wir persönlich bereit?«

Die Leipziger scheinen die Plakataktion positiv anzunehmen. Bemalte und beschriebene Exemplare sind schon zu finden. Eine Botschaft taucht immer wieder auf: »5 %« – ein klares Statement für die Aufstockung des Freie-Szene-Etats.

> »D’Arc Visions«, 5., 7./8., versch. Zeiten, Lofft, http://www.lofft.de

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