Startseite / Filmkritik / Coole Sau im Orbit

Coole Sau im Orbit

»Lockout« schießt über den durchschnittlichen Actionfilm hinaus

Größeres Bild

Auf der Leinwand heißt es wieder einmal Gut gegen Böse. Und auch in der aktuellsten Auflage des ewigen Kampfes, »Lockout«, wird nicht mit dem Florett gefochten. Die Handlung ist in Action-Streifen für gewöhnlich nebenrangig und so ist auch der Plot des flotten Sci-Fi-Thrillers übersichtlich.

Dem fälschlicherweise wegen Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten angeklagten Snow wird seine Freiheit angeboten, wenn er die Präsidententochter von einer Gefängnisinsel rettet. Diese befindet sich nicht nur in der Hand von äußerst gewaltbereiten Schwerkriminellen, sondern verfügt noch über einen anderen Haken: Sie schwebt im Weltraum. Was den kosmischen Knast als Hochsicherheitstrakt auszeichnen sollte, macht ihn nun schier unbezwingbar. Aber einer wie Snow macht hier nicht halt und auch clevere bis schizophrene Anstalts-Aufständige können ihn bremsen, aber nicht stoppen.

Das Ganze sieht sich nicht so routiniert durchschnittlich an, wie der Plot klingt. Am Drehbuch von »Lockout«, der für sein Genre überraschend wendungsreich ausfällt, hat Luc Besson (»Nikita«, »Das fünfte Element«, »Adèle und das Geheimnis des Pharaos«) mitgeschrieben. Natürlich bleibt vieles, was eine Knast-im-All-Story für Fragen aufwerfen kann, ausgeblendet. Und taufrisch ist die Ausgangsidee nun auch nicht – man denke nur an »Die Klapperschlange«. Aber hübsch zusammengerührt und mit überdrehten Action-Sequenzen gespickt, wetzt »Lockout« den Originalitätsmalus aus.

Und wie auf ihre Weise jeweils hinreißend sind die Hauptfiguren! Den frostigen Snow-Mann (schick auch mit dicker Lippe: Guy Pearce) kann so gar nichts beeindrucken – einzig für die Präsidententocher Emily (dito: Maggie Grace) vergisst die coole Sau im Orbit mal kurz das Rauchen. Kurzum: Dem dynamischen Duo beim Ausbruch zuzuschauen ist bestes Bier- und Puffreis-Kino.

ab 10.5. Regina Leipzig, CineStar
»Lockout« FR/US 2012, 95 min., R: James Mather u. Stephen St. Leger, D: Guy Pearce, Maggie Grace, Vincent Regan, Joseph Gilgun u.a.

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

2 Kommentare

  1. Juliane Streich | 15. Mai 2012 | um 12:14 Uhr

    Ja, meinten wir. Hab’s verbessert.