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»Ich habe viel Liebe gemacht«

Markus Gärtner über seine Show »Liebe und der ganze Scheiß« im Ilses Erika

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Sie ist das, was uns alle bewegt und verbindet: die Liebe. Ihr widmet sich am Dienstag nun endlich eine ganze Unterhaltungs-Show. Es ist die erste Show des omnipräsenten und immer auffällig geschmacklos gekleideten Tausendsassas Markus Gärtner. Was ihn dazu brachte, sich nun ausgerechnet der Liebe anzunehmen und wie genau das aussehen wird, erklärt der Moderator im kreuzer-Interview.

kreuzer: Gibt es Liebe?

MARKUS GÄRTNER: Ja, überall auf der Welt. Aber sie bleibt dennoch ein komplexes Thema, jeder definiert sie nach seinen eigenen Erfahrungen. Ich halte es da mit Nenas Song: Liebe ist.

kreuzer: Liebe ist jetzt das Thema deiner ersten Show im Ilses Erika. Wie kamst du auf die Idee?

GÄRTNER: Die Idee einer Show hatte ich mit Jörn von der Ilse schon vor Monaten, als »Riskier dein Bier« in die Moritzbastei umgezogen ist. Eigentlich wollten wir etwas über Sport in Leipzig etablieren, aber ich fand das Thema schwierig. Das schien mir zu wenige Leute anzuziehen. Da meinte ich: Lass uns eine Show zu einem Thema machen. Und Liebe ist das Thema schlechthin. Liebe, Sex und Zärtlichkeit: Damit hat doch jeder – hoffentlich – schon Erfahrungen gemacht. Sie ist der kleinste gemeinsame Nenner zwischen allen.

kreuzer: Und wie soll diese Show aussehen?

GÄRTNER: Es werden verschiedene Leute auf die Bühne kommen: unter anderem ein Flirtcoach, ein Paartherapeut und eine Sexualtherapeutin. Denen werde ich Fragen stellen, aber auch das Publikum darf sich gerne äußern. Wem das zu heikel ist, der kann die Fragen auch vorher anonym einreichen. Aber es wäre schön, wenn alle miteinander ins Gespräch kämen.

kreuzer: Fragen welcher Art?

GÄRTNER: Na, zu ihrer Beziehung oder zu ihrem Sexualleben. Wann hat man schließlich schon mal die Möglichkeit dazu? Das Ganze soll auch einen ernsthaften Servicecharakter bekommen. Dazu wird es verschiedene Quizes über die Liebe geben und eine Live-Partnervermittlung, für die die Gäste einen Fragebogen ausfüllen können.

kreuzer: Was steht auf dem?

GÄRTNER: Ich halte mich da an die Vorgaben der Partnervermittlung: Es gibt Bereiche, bei denen man die selbe Einstellung haben muss, wie zum Beispiel, ob man Kinder kriegen will oder nicht. Bei anderen muss man sich ergänzen: Jemand Dominantes passt besser zu jemand Unterwürfigem. Das wäre mein größter Erfolg, wenn sich durch die Show zwei Menschen finden würden. Vielleicht scheint es da tatsächlich unterbewusst ein ernsthaftes Interesse zu geben, denn mich haben schon mehrere Leute gefragt: Findest du jemanden für mich? Es ist also nicht nur Spaß.

kreuzer: Wie intensiv hast du dich auf diese Show vorbereitet?

GÄRTNER: Ich habe natürlich viel Liebe gemacht. (lacht) Ich habe schon, bevor die Idee zu der Show kam, von Richard David Precht »Liebe – ein unordentliches Gefühl« gelesen. Und Fromm natürlich und andere Sachen. Vor allem zehre ich da aber aus der Praxis.

kreuzer: Gab es Überraschungen bei der Vorbereitung?

GÄRTNER: Ich war überrascht, wie viele auf das Thema angesprungen sind. Mit viel Offenheit und eigenen Vorschlägen, zum Beispiel, wen man so alles einladen könnte.

kreuzer: Wird es also weitere Shows geben?

GÄRTNER: Das Thema liegt mir sehr am Herzen. Wir werden sehen, wie es ankommt, erst Mal ist die Show aber eine einmalige Sache. Vielleicht kommt dann beim nächsten Mal was zu »Hass«.

kreuzer: Klingt insgesamt nach einer nahezu ernsthaften Show.

GÄRTNER: Sie ist wie auch mein eigenes Leben eine Gratwanderung zwischen Unterhaltung und Hochkultur. Oder auch zwischen Trash und Tiefsinn. Es wird ein Fest.

»Liebe und der ganze Scheiß«: 5.6., 21 Uhr, Ilses Erika

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4 Kommentare

  1. Apnooe Kolon | 5. Juni 2012 | um 09:06 Uhr

    Die ganzen schwachköpfigen Hipster sind zu Recht ziemlich einsam. Wer sich aufwendig nach Schablone inszeniert und sich dann in dem Irrglauben, so fucking special zu sein, durch Südvorstadt und Uni bewegt, der bleibt lang allein, weil nämlich plötzlich alle solche Stars sind. Aber dann nach 2 Bier in der Ilse jammern, so einsam und so. Mei, ihr seid so arm.