Startseite / Filmkritik / Wagner und der Pilgerweg

Wagner und der Pilgerweg

Äußerst überschaubar sind die Kinostarts in dieser Woche

Größeres Bild

Die Fußball-EM geht weiter und die deutsche Nationalmannschaft ist auch noch im Rennen. Aus dem Rennen gekickt haben sich diese Woche ein wenig die Neustarts, die mit Touristenhorrorthriller im ukrainischen Reaktorgebiet Tschernobyl, einer Doku auf den Spuren Richard Wagners und Madonnas zweitem Regiewerk nicht unbedingt Nennenswertes, aber durchaus Diskutables auf die Leinwand bringen.

Das Leben des erfolgreichen, kalifornischen Augenarztes Tom Avery (Martin Sheen) gerät aus den Fugen, als er erfährt, dass sein einziger Sohn Daniel (Emilio Estevez) auf dem Jakobsweg tödlich verunglückt ist. Im Gegensatz zu seinem Vater hielt es Daniel nie lange an einem Ort aus, sondern war stets auf der Suche nach Neuem. Um seinen Sohn nun auf seiner letzten Reise zurück nach Hause zu begleiten, setzt sich Tom in das nächste Flugzeug nach Spanien. Mit Daniels Asche im Gepäck macht er sich selbst auf die beschwerliche Pilgerreise. Filmemacher Emilio Estevez schickt in seinem melancholischen Roadmovie »Dein Weg« einen trauernden Vater auf Pilgerreise über den Jakobsweg und erzählt von Freundschaft, Freiheit und Familie. Ab heute in den Passage Kinos.

Schon als Kind war der britische Schauspieler und Komiker Stephen Fry ein Fan der Musik von Richard Wagner. Als Enkel jüdischer Emigranten weiß Fry aber, dass er diese Leidenschaft für Wagner mit den Nationalsozialisten teilt. So mischen sich in seine Begeisterung für den deutschen Komponisten und erklärten Antisemiten Richard Wagner auch kritische Töne. In dem für die BBC entstandenen Dokumentarfilm »Wagner & Me« ergründet Stephen Fry sein Verhältnis zu dem Komponisten. »Wagner & Me« läuft in den Passage Kinos.

Sechs junge Urlauber (Devin Kelley, Jonathan Sadowski, Ingrid Bolsø Berdal, Olivia Taylor Dudley, Jesse McCartney, Nathan Phillips) reisen in die Ukraine, um eine Tour der extremen Art zu unternehmen. Mit ihrem Tourguide fahren sie in das militärische Sperrgebiet Pripyat. Eine Stadt, die längst gespenstisch leer steht und in der früher die Arbeiter des Atomreaktors Tschnernobyl untergebracht waren. Doch seit der Katastrophe vor über 25 Jahren herrscht hier eine gespenstische Leere. Doch die Touristen sind nicht so allein, wie sie annehmen. Der Schrecken in Bradley Parkers Spielfilmdebüt »Chernobyl Diaries« liegt vor allem in dem, was man nicht sieht, was nur angedeutet wird. »Chernobyl Diaries« startet heute im CineStar.

Während Bradely Parker in seinem Debüt die jungen Touristen in ein weniger gemütliches Urlaubsdomizil schickt, landen in David Wains Komödie »Wanderlust – Der Trip ihres Lebens« zwei gestresste New Yorker in einer »Gesinnungsgemeinschaft«. Zufällig treffen George (Paul Rudd) und Linda (Jennifer Aniston), nachdem sie Manhattan hinter sich gelassen haben, auf eine Kommune, die einen alternativen Lebensstil ausprobiert und dabei sehr glücklich zu sein scheint. Oder? Die träge Hippiekomödie »Wanderlust – Der Trip ihres Lebens« ist im CineStar zu sehen.

In Tom Hoopers »The King’s Speech« wurde die Romanze zwischen Edward VIII. und der Amerikanerin Wallis Simpson nur beiläufig erwähnt. In »W.E.«, der zweiten Regiearbeit von Madonna, rückt diese Beziehung, für die der König abdankte und Großbritannien den Rücken kehrte, in den Mittelpunkt und wird mit der Geschichte einer jungen Frau im heutigen New York verknüpft. Das ist Madonna leider nicht ganz gelungen, wie unser Autor Martin Schwickert findet.

Weitere Neustarts und Filme finden Sie auf unserer Onlineseite und im aktuellen kreuzer.

Viel Spaß im Kino!

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Kommentare sind deaktiviert.