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Poupoupidou

Babys, schnelle Autos und eine tote Ikone – die heutigen Kinostarts im Überblick

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Glauben Sie an Reinkarnation? Die blonde Candice aus der französischen Provinz schon. In ihr stecke keine Geringere als die Monroe. Miriam Weissenstein hat in ihrem Fotoladen ein wahres Archiv an Negativen, die die Geschichte Israels festhalten. Und der kleine Kevin verabscheut seine eigene Mutter abgrundtief. Auch wenn die spanische Hitze laut Wetterbericht Mitteleuropa erreicht hat, einige Filme sollten Sie sich diese Woche auf keinen Fall entgehen lassen.

Im Fotoladen von Miriam Weissenstein lagern fast eine Million Negative, die die Geschichte Israels dokumentieren. Zusammen mit ihrem Enkel Ben kämpft die 96-Jährige gegen den Abriss des Ladens. Angenehm apolitisch geht es um eine familiäre Beziehung, in der liebevoll und gleichzeitig schonungslos ehrlich miteinander umgegangen wird. Es ist ein Fest, den beiden beim Streiten zuzusehen! Das herzerfrischende Familienporträt »Life In Stills« läuft ab Samstag in der Kinobar Prager Frühling.

Am 5. August jährte sich der mysteriöse Tod von Marilyn Monroe zum 50. Mal. Anlass für den französischen Regisseur Gérald Hustache-Mathieu der Ikone mit einer charmant-skurrilen Krimikomödie zu gedenken. Im Mittelpunkt seines Films steht der Pariser Krimiautor David Rousseau (Jean-Paul Rouve), der in einem Schaffenstief steckt. Der Zufall führt ihn ins verschneite Mouthe an der französisch-schweizerischen Grenze, wo gerade der Tod der lokalen Schönheit Candice Lecoeur (Sophie Quinton) für Aufregung sorgt. Candice war der Star der Kleinstadt, warb für die lokale Käsemarke und hielt sich für die Reinkarnation von Marilyn Monroe. Eine Kritik finden Sie im aktuellen kreuzer. »Who Killed Marilyn?« flimmert in der Schaubühne Lindenfels über die Leinwand.

Mit Hass erfüllt blickt der siebenjährige Kevin (Jasper Newell) seine Mutter Eva (fulminant: Tilda Swinton) an. Die gegenseitige Ablehnung sitzt tief, doch darüber wird in der Familie nicht gesprochen. Zumal der Vater Franklin (John C. Reilly) die bösen Absichten seines Teufelsbraten schlicht ignoriert und die ohnmächtige Eva immer mehr an ihre Grenzen stößt. Jahre später richtet Kevin (Ezra Miller) in seiner Highschool ein Blutbad an. Ein düsterer Film über eine verzweifelte Mutter, die sich unweigerlich fragen muss, wieviel Mitschuld sie an der Bluttat ihres Sohnes trägt. Eine Kritik zum Film gibt es im aktuellen kreuzer. »We Need to Talk About Kevin« läuft in der Schaubühne Lindenfels und ab Ende August auch im Cineding.

Wenn Michael Daly (Jude Law) zuerst zur Bar und nicht in die Hotellobby geblickt hätte, wäre er wie verabredet auf die slowakische Prostituierte (Lucia Siposová) zugesteuert und hätte seine Frau (Rachel Weisz) betrogen. Aber er schaut in die andere Richtung und da steht ein deutscher Geschäftspartner (Moritz Bleibtreu), wegen dem er sein erstes Date mit der käuflichen Liebe platzen lässt. Es sind die Entscheidungen, die zwischen den unwägbaren Zufällen des Alltags und dem persönlichen Gewissen gefällt werden, die der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles (»City Of God«) in »360« verhandelt. Die vollständige Kritik können Sie im aktuellen kreuzer nachlesen. Der Film läuft in den Passage Kinos.

Wunder gibt es immer wieder – das meinen zumindest die Bewohner des bayerischen Bergdorfes Hollerbach. Hier hat es seit Jahren nicht mehr richtig geschneit und die Touristen bleiben dem Skiort weg. Auch Georg (Christian Ulmen) und seine Frau Emilie (Marie Leuenberger), die eine Wirtschaft betreiben, hatten definitiv schon bessere Zeiten. Als Georgs religionsfanatische Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) überraschend das Zeitliche segnet, hat Georg die kühne wie rettende Idee: Daisy muss heiliggesprochen werden und der Skiort zum Wallfahrtsort. In Marcus H. Rosenmüllers Komödie »Wer’s glaubt, wird selig« überschlagen sich erneut die Ereignisse. Mit frommen Sprüchen und Dialogwitz lässt er seine Provinzler mal kurz den frommen Glauben beiseite schieben und wieder Leben ins Bergdorf einkehren. »Wer’s glaubt, wird selig« läuft im CineStar und ab Ende August in der Kinobar Prager Frühling.

Durch die Pariser Nacht schickt Héléna Klotz in ihrem Regiedebüt »Atomic Age« ihre jugendlichen Helden Victor und Rainer. Die französische Metropole ist hier lediglich urbane Stafette für einen nächtlichen Streifzug und Selbsterkenntnistrip. Victor und Rainer wollen sich austoben, feiern, Spaß haben. Sie ziehen durch Clubs und versuchen weniger erfolgreich Mädchen anzubaggern. Irgendwann lassen Victor und Rainer die Stadt hinter sich und stolpern im Dämmerlicht durch einen entfernten Wald. Hier umgeben von der Natur lassen die coolen Jungs die Hüllen fallen und gestehen sich ein, wonach sie sich wirklich sehnen. Die Kritik finden Sie im aktuellen kreuzer. »Atomic Age« läuft im Cineding.

Nachdem in den vergangenen Wochen das Heiraten in zahlreichen Komödien hoch im Kurs stand, widmet sich Kirk Jones in seiner Komödie »Was passiert, wenn’s passiert ist« einzig und allein dem Kinderkriegen. Fitnesstrainerin Jules (Cameron Diaz) und ihr Tanzpartner Evan (Matthew Morrisson) bekommen ein Kind, die Besitzerin eines Babywaren-Shops Wendy (Elizabeth Banks) und ihr Mann Gary (Ben Falcone) auch, genauso wie dessen Vater Ramsay (Dennis Quaid) und seine junge Frau Skyler (Brooklyn Decker). Die Fotografin Holly (Jennifer Lopez) und ihr Mann Alex (Rodrigo Santoro) derweil adoptieren eines. Als Episodenfilm angelegt begleitet Jones die jeweiligen Mätzchen der werdenden Eltern und stolpert hier wie da immer wieder in den Klischeentopf. Der Film läuft im Regina-Palast und CineStar.

Mike (Channing Tatum) fährt schnelle Autos, hat ein luxuriöses Apartment und wird von schönen Frauen umschwärmt. Da ist es nicht verwunderlich, dass der 19-jährige Adam (Alex Pettyfer) ziemlich beeindruckt ist. Grund für den Erfolg: Mike ist erfolgreicher Stripper im angesagtesten Club der Stadt – und nimmt Adam unter seine Fittiche. »Magic Mike« von Steven Soderbergh startet im CineStar.

David erfährt, dass 533 Kinder hat und eine Sammelklage am Hals. Unser Autor Martin Schwickert hat sich für uns die kanadische Komödie »Starbuck« angesehen.

Weitere Filme finden Sie hier und im aktuellen kreuzer.

Viel Spaß im Kino!

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