Startseite / Filmkritik / Guter Whisky und Thüringer Sushi

Guter Whisky und Thüringer Sushi

Die Kinostarts der Woche im Überblick

Größeres Bild

Eine finanzklamme Truppe, ein rasanter Fahrradkurrier, eine Familie mit einem dunklen Geheimnis, eine junge Frau mit einem großen Traum und die Wahrheit über Männer. Die Filmstarts der dritten Startwoche im Oktober sind vielfältig und unterhaltsam. Also, nichts wie ins Kino!

Er ist der ewige »angry young man« des britischen Films. Doch der unermüdliche Gesellschaftskritiker Ken Loach (»My Name is Joe«) kann nicht nur grimmig. Mit seiner cleveren Komödie »Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel« über einen geläuterten Schläger und drei Kleinkriminelle, die ihre Liebe zur Kunst des Whisky-Machens entdecken, verzauberte der Altmeister das Cannes-Publikum. Zum Auftakt erlebt man die Missetaten der Kleinganoven. Doch dann kommt der Bewährungshelfer ins Spiel, der seine Schützlinge auf den Whisky-Geschmack der gehobenen Art bringt. Als die finanzklamme Gruppe vom astronomischen Wert einer hochprozentigen Seltenheit erfährt, die zur Versteigerung ansteht, ist die Versuchung unwiderstehlich. Mit Schottenröckchen ausgestattet planen sie einen raffinierten Raubzug. Die ganze Kritik von Dieter Osswald finden Sie im aktuellen kreuzer. »The Angel’s Share« läuft in den Passage Kinos.

Der jungen Laura (Stephanie Sigman) wird ihre Sehnsucht, eine Schönheitskönigin werden zu wollen, zum Verhängnis. Sie fällt einer Gang in die Hände, die im Norden Mexikos Angst und Schrecken verbreitet. Zwar wird Laura tatsächlich zur Schönheitskönigin gekrönt, doch ihre unfreiwillige Verwicklung in den brutalen mexikanischen Krieg erschüttert und verändert sie nachhaltig. Der mexikanische Regisseur Gerardo Naranjo setzt die Odyssee der jungen Frau als einen Mix aus Action und Sozialdrama in Szene. »Miss Bala« startet in der Kinobar Prager Frühling und läuft bis zum 25.10.

Das belgische Dörfchen Doel ist dem expandierenden Hafen von Antwerpen im Weg. Ein Abrissbeschluss steht – die Vergangenheit muss der Zukunft weichen. Emilienne sieht das anders. Sie will nicht umziehen, viel zu wohl fühlt sie sich in ihrem Haus mit dem wildem Garten. Aber die Arbeiten schreiten voran und Doel wirkt schon jetzt wie ausgestorben. »De Engel van Doel« läuft in der Cinémathèque in der naTo.

Eine »antiromantische Komödie«, so wird dieser Film beworben, was schon das ganze Dilemma offenbart. Romantik wird nur als Zweisamkeit begriffen: Mann und Frau gehören eben schicksalhaft zusammen, auch wenn sie nicht zueinander passen wollen. Und wenn die Frau sich ein Kind wünscht, dann ist’s mit dem Partyleben Essig. Das ist die Kernbotschaft des Films, der ansonsten Ratschläge wie »Gib Deiner Frau immer sofort Recht, sonst dauert die Diskussion Stunden« erteilt. So ein debattenmüder Typ ist Mads (Thure Lindhardt). Seit zehn Jahren ist er mit Marie (Tuva Novotny) liiert. Dann ziehen sie zusammen, Marie wünscht sich ein Kind und Mads Unglück ist perfekt. Der Drehbuchautor – Krisenmänner machen immer irgendwas mit Medien – bricht aus und trennt sich. Seinen verlorenen Träumen nachjagend sucht er den Sinn des Lebens, den er ausgerechnet in einer Frau – ja: »der Richtigen« – finden will. Die vollständige Kritik von Tobias Prüwer zu »Die Wahrheit über Männer – Eine anti-romantische Komödie« finden Sie im aktuellen kreuzer. Der Film läuft in der Schauburg.

Anfang der siebziger Jahre eröffnet Rolf Anschütz (Uwe Steimle) – Koch aus Leidenschaft – in dem beschaulichen Thüringer Städtchen Suhl ein japanisches Restaurant. Er hat genug von der traditionellen Küche und öffnet mitten in der DDR mit seinen exotischen Gaumenfreuden das Tor zur Welt. Er überrascht seine Freunde mit kulinarischen Zaubereien, bis ein Japaner vor seiner Tür steht und wünscht, im »Waffenschmied« japanisch zu speisen. Ein amüsanter Film: »Sushi in Suhl« läuft in den Passage Kinos und im CineStar.

Maria (Birgit Minichmayr) und Niels (Jürgen Vogel) wandern samt heranwachsendem Sohn Markus (Henry Stange) nach Nordnorwegen aus, um noch einmal von vorn zu beginnen. Probleme bestehen erfahrungsgemäß auch an anderen Orten weiter, das heißt: Niels hat als Ingenieur weiterhin seine Affären und Maria arbeitet zu viel im Hospiz. Ihre Beziehung ist eine empathische Eiszeit, dauerhaft dunkel und frostig, ganz wie die atemberaubend in Szene gesetzte Küstenlandschaft während der Polarnacht. Die zerklüfteten Schneeberge werden zum Symbol für die seelische Befindlichkeit des Paares. Eines Nachts auf dem Heimweg von der Arbeit fährt Maria »etwas« an, stoppt, ist irritiert – und fährt dann einfach weiter. Aus der Zeitung erfährt sie, dass es ein junges Mädchen war. Sie erzählt es Niels, woraufhin sie beschließen, den Vorfall unter allen Umständen geheim zu halten. Mit dem Schwur nähern sich die beiden wieder an, ihre Gefühle füreinander tauen auf. Eines muss man Regisseur Matthias Glasner lassen: Er hat keine Angst vor Pathos. »Gnade«, sein aktueller Film, nimmt sich Zeit und wälzt sich ganz gemächlich mit düster-romantischen Bildern in die Zuschauer hinein. Die Kritik von Stephan Langer finden Sie im aktuellen kreuzer. Der Film läuft in den Passage Kinos.

Fahrradkuriere sind es gewohnt, ständig ihr Leben aufs Spiel zu setzen, doch für Wilee (Joseph Gordon-Levitt) kommt es eines Tages kurz vor Feierabend ganz besonders dick. Was wie eine ganz normale »Premium Rush«-Routinelieferung beginnt, endet in einer Hetzjagd auf Leben und Tod quer durch die Straßen von Manhattan. Rasanter Actionthriller: »Premium Rush« startet im CineStar.

Und darüber hinaus gibt es für Gänsehautfreunde die vierte Version von »Paranormal Activity« (läuft im CineStar und Regina Leipzig), den Schenkelklopfer »Agent Ranjid rettet die Welt« (startet im CineStar) und die neuesten Abenteuer von Asterix und Obelix in »Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät«, der in den Passage Kinos und im Regina Leipzig läuft.

Weitere Filme finden Sie hier und im aktuellen kreuzer.

Wie immer: Viel Spaß im Kino!

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.