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»Alkohol hätte geholfen«

Titelmodel Jörg Färber über FDJ, Feuerwehr und Fleisch

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»Interessiert an Ruhm und Ehre? Wir suchen ein Model für unser nächstes Titelbild. Anforderungen: Männlich, um die 30, sympathisch«, lautete der Aufruf auf Facebook. Und innerhalb eines Tages ging ein Dutzend Bewerbungen ein von Menschen, die sich damit hinlänglich beschrieben sahen. Auserkoren wurde Feuerwehrmann Jörg Färber. Warum sich der 37-Jährige die einmonatige Omnipräsenz im Stadtbild und solch ein Foto-Shooting antun wollte, erklärt er im Kurz-Interview, bei dem eine Banane seinen Oberkörper zierte.

kreuzer: Du hast gerade fast eine Stunde lang Fotos von dir machen lassen, um auf die Titelseite des kreuzers zu kommen. Warum?

JÖRG FÄRBER: Das entstand aus einer Bierlaune heraus: Warum eigentlich nicht? Das ist doch toll als Leipziger. Und meine Frau hatte auch nichts dagegen, sie lässt mich einfach machen. Nach dieser Foto-Session könnte man wahrscheinlich sogar die nächsten drei Titel mit mir bebildern.

kreuzer: War’s anstrengend?

FÄRBER: Am Anfang war ich recht angespannt, dann wurde es aber lockerer. Alkohol hätte wahrscheinlich geholfen.

ANDREAS MANECKE (Fotograf): Ja, Mist, sonst habe ich auch bei den Titel-Shootings immer Bier dabei. Heute habe ich es leider vergessen.

kreuzer: Unsere Titelgeschichte widmet sich diesmal der Frage, wie osten Leipzig noch ist. Du kommst von hier, was sind deine DDR-Erinnerungen?

FÄRBER: Ich war selber Pionier, in die FDJ wurde ich aber erst später aufgenommen, weil wir irgendeinen Blödsinn gemacht haben. Ich habe es dann aber bis zum Essensmarkenkassierer geschafft.

kreuzer: Später wurdest du Koch, dann Feuerwehrmann. Was ist bei der Feuerwehr besser?

FÄRBER: Es ist spannender, weil man nie weiß, was einen erwartet. Und es ist ein tolles Gefühl, helfen zu können. Oft werde ich gefragt, ob ich schon mal jemanden aus einem brennenden Haus gerettet habe, dabei bleiben ganz andere Erlebnisse in Erinnerung: Zum Beispiel eine alte Oma, die ganz alleine in ihrer Wohnung zurückgelassen wird, sich kaum noch bewegen kann und da verwahrlost. Das ist erschreckend, was Menschen in unserer direkten Umgebung durchmachen. Ich koche aber immer noch gerne für die Feuerwehrmänner. Die haben immer Hunger und wollen immer Fleisch.

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