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Es wird dunkel in Leutzsch

Streit der Fußballvereine BSG und SGLL eskaliert

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Die BSG Chemie Leipzig fordert 27.000 Euro von der SG Leipzig Leutzsch. Das könnte das Aus für den Verein bedeuten.

Dass sich Traditionsclubs in Leipzig schwer mit den Finanzen tun, weiß man spätestens seit der drohenden Insolvenz von Lok Leipzig. Jetzt braut sich der nächste Eklat zusammen: Dieses Mal in Leutzsch, wo sich die Sechstligisten BSG Chemie Leipzig und die SG Leipzig Leutzsch (SGLL) den traditionsreichen Alfred-Kunze-Sportpark teilen. Früher spielte hier der FC Sachsen, heute streiten sich die beiden grün-weißen Nachfolgevereine um die Finanzen für den gemeinsam genutzten Sportpark. Es geht um die Belege einer Betriebskostenabrechnung: Die Kosten der Spielstätte teilen sich beide Vereine, wobei die BSG Chemie als Untermieterin ihren Anteil, im Monat rund 2.500 Euro, direkt an die SG Leipzig Leutzsch zahlt. Den Rest übernimmt die Stadt Leipzig. Die Zuschüsse der Stadt bekommt als Hauptmieter die SG Leipzig Leutzsch, muss dafür aber auch zeigen, wofür der Verein das Geld ausgibt. Die Chemiker hegen seit Längerem den Verdacht, dass ihr Geld nicht in die Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks fließt, sondern in die Sanierung der SG Leipzig Leutzsch. SGLL-Sprecher Jamal Engel vertröstete die Chemiker immer wieder, erst nach monatelangem Hin und Her rückten Anwälte der SGLL schließlich mit den Belegen heraus.

Als die Unterlagen da waren, beschlich den Vorstand der BSG ein Verdacht: Betrug. Zum Teil wurden Belege doppelt abgerechnet, handschriftlich korrigiert oder es wurden Tankbelege von der tschechischen Grenze als Betriebskosten für den Kunze-Sportpark ausgewiesen. Für BSG-Verantwortliche steht nun fest, dass sie ihr Geld zurückwollen. Und zwar alles, was sie seit 2011 an die SGLL gezahlt haben. Mit einer Zahlungsaufforderung von 27.000 Euro setzen sie ihre Hauptmieterin unter Druck. Sollte die SGLL nicht zahlen, wollen die Chemiker Strafanzeige wegen Betrug stellen und die Zahlung vor einem Zivilgericht durchsetzen. Dann stünde auch die Stadt Leipzig unter Druck, denn die hat jene Belege ebenfalls geprüft und als korrekt abgesegnet.

Derweil ist unwahrscheinlich, dass die SG Leipzig Leutzsch diese Summe zahlen könnte. Am 16.2. stand das Konto des Vereins mit knapp 20.000 Euro im Minus, wie interne Dokumente beweisen, die dem kreuzer vorliegen. Bereits im Februar soll der Verein seinen Spielern keine Gehälter gezahlt haben, wie Insider berichten. Ein zahlungskräftiger Sponsor mit Firmensitz in der Schweiz ist abgesprungen und jetzt die 27.000 Euro Nachzahlung: Der Verein schlittert geradewegs in große Schwierigkeiten. Sollte es tatsächlich zum Prozess kommen, droht eine Schlammschlacht. SGLL-Sprecher Jamal Engel kündigt für diesen Fall an: »Ich habe so viel Informationen, auch Belege, Sachen – wenn ich das will, wirds für die BSG ganz dunkel.«

Die ganze Geschichte und alle Hintergründe lesen Sie in der kommenden Ausgabe des kreuzer.

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