Startseite / Kultur / Lesen ist Denksport

Lesen ist Denksport

Über den Buchmarkt, die Highlights und ein neues Lesen auf der Buchmesse

Größeres Bild

Heute beginnt die Buchmesse. Um Menschen zum Lesen zu animieren, hat sich die Branche einiges einfallen lassen.

Eine Blondine mit verträumtem Blick hält ein Buch in der Hand. Darauf steht: »Ich habe die Materie verstanden. Auf 128 Seiten.« Ein Mann im Anzug posiert vor hellblauem Hintergrund. Auch er lässt sich mit Buch ablichten. »Ich habe Gras angepflanzt«, lautet der Schriftzug. Mit bemühtem Humor versucht die Buchbranche zum Start der Leipziger Buchmesse, das Bewusstsein für die Literatur zu schärfen. Um Nichtleser zu motivieren, nimmt die Kampagne »Vorsicht Buch!« einiges wörtlich, was der Leser mit dem Buch verbindet: Überdimensionale Bücher stehen ab Donnerstag in der großen Glashalle. Besucher können zwischen die Seiten klettern und sich buchstäblich selbst fesseln. Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Messe Leipzig sagt dann auch: »Lesen ist Denk- und Unterhaltungssport.« Damit das so bleibt, setzt die Kampagne auf den Willen der Leser zur Interaktivität.

Der internationale Schwerpunkt der Buchmesse liegt diesmal auf der Region Ostmitteleuropa. Unter dem Titel »tranzyt. Kilometer 2013: Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus« stellt Kurator Martin Pollack eine Literaturlandschaft vor, die bisher ein weißer Fleck im deutschen Sprachraum war. Bei 20 Lesungen stellen sich 24 Autoren und Autorinnen Fragen der nationalen Identität, der Zugehörigkeit und suchen Schnittstellen zwischen den drei Ländern. Dabei spielen Feminismus und Kritik am Patriarchat eine wichtige Rolle. Außerdem wollen die Literaten Probleme mit der Zensur im autoritären System aufzeigen. Zu sehen sind die Veranstaltungen an allen vier Messetagen im Forum OstSüdOst in der Messehalle 4. Eine lyrische und musikalische Begegnung wird es am Samstag im Centraltheater geben. Dichter und Poetry-Slammer versprechen einen dynamischen Abend und werden von ukrainischem Ska und Punk-Rock begleitet.

Auch beim diesjährigen Buchpreis der europäischen Verständigung spielen Identität und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. Der Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal erhält die begehrte Trophäe für sein Werk »Europa erfindet die Zigeuner«. Das Buch zeigt die allmähliche Verfolgung der Roma-Völker in Europa über sechs Jahrhunderte hinweg und deren Stilisierung zu einem imaginären Kollektiv.

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse sind dieses Jahr 15 Autoren aus den Bereichen Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Der mit insgesamt 45.000 Euro dotierte Preis wird am Donnerstag um 16 Uhr in der Glashalle verliehen.

Um die Zukunft des Buches geht es auch am Donnerstag um 14 Uhr bei der »Vollkommenen Lesemaschine« im Congress Center. In Zeiten des E-Books soll die materielle Qualität des Buches wieder gewürdigt werden. Lesen mit allen Sinnen und mit einer Liebe zum Handgemachten stehen im Vordergrund. Indes können Manga-Fans sich freuen: Auf dem schwarzen Sofa signieren die japanischen Star-Zeichner Tite Kobu, Ema Toyama und Atsushi Ohkobu ihre Werke und beantworten Fragen. Aus ihrer Feder stammen unter anderem die Mangas »Bleach« und »Soul Eater«.

Buchmesse: 14. -17.3., Leipziger Messe, 10-18 Uhr

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.