Startseite / Kultur / Madonna hinter Glas

Madonna hinter Glas

Seit heute strahlt das Blek Le Rat-Graffito wieder von einer Leipziger Häuserwand

Größeres Bild

Es regnete um Punkt 13 Uhr, als das Graffito von Blek Le Rat heute auf der Karl-Liebknecht-Straße 7 enthüllt wurde. Und der Regen war nicht unpassend. Spielte er doch schon vor einem Jahr die entscheidende Rolle bei der Wiederentdeckung des ältesten noch erhaltenen Schablonen-Graffito des französischen Künstlers Blek Le Rat:

An einem Regentag entdeckte die Leipzigerin Maxi Kretzschmar das Graffito durch Zufall – die Nässe hatte Teile der Plakate gelöst, hinter denen es sich jahrelang versteckte und so einen Abschnitt des gesprühten Haares offengelegt. Es ist ein Glück, dass die 29-jährige Maxi Kretzschmar als Expertin der Graffiti- und Streetartszene sofort ahnt, welchen Schatz sie vor sich hat. Eine E-Mail von Blek Le Rat liefert weitere Antworten: Die Madonna entstand 1991, als der Franzose im Rahmen eines Graffitifestivals in Leipzig weilte. Auch die Geschichte hinter dem großen Schriftzug „Pour Sybille“ enthüllt sich dank der Offenheit des Künstlers: Es ist eine Widmung an Sybille aus Liebertwolkwitz, in die sich Blek Le Rat in diesen Tagen Anfang der 1990er Jahre verliebte. Beide sind seit über 20 Jahren verheiratet und haben einen erwachsenen Sohn. Mit dieser Geschichte im Rücken starteten Maxi Kretzschmar und die „Madonna mit Kind“ in ein aufregendes Jahr …

Mit der heutigen Enthüllung ist das Graffito nun dauerhaft im Leipziger Stadtraum präsent. Die Kosten in Höhe von rund 9.000 Euro für die Restaurierung und Schutzverglasung teilte sich der Bauträger mit der Stadt Leipzig.

Die ganze Geschichte und weitere Hintergründe lesen Sie in der Maiausgabe des kreuzer.

Anzeige

Kommentieren

Dein Kommentar

Keine Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.