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Der Musikmaler

Peter Piek tourt mit neuem Album »Cut Out The Dying Stuff«

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Er ist ein Meter größer, malt ein bisschen bunter und singt eine Oktave höher als andere. Die grellen Farben und die piepsige Stimme wirken erst erschreckend, ziehen aber alsbald den Betrachter und Hörer in den Bann. Peter Piechaczyk (Jahrgang 1981), wie Peter Piek bürgerlich heißt, ist Maler und Musiker zugleich.

Dass beides für ihn untrennbar zusammengehört, zeigen Namen von Bildern wie »Song About Ari« oder Liedtitel wie »I Paint It On A Wall«. Bei Konzerten kommt es vor, dass er die Bilder aufhängt, die zur Musik entstanden sind, ebenso lässt er bei Ausstellungen seine Lieder per Kopfhörer abspielen, die zum jeweiligen Bild gehören.

Der elementare Unterschied zwischen Malerei und Musik sei die Zeit, sagt er: Während Musik ohne einen Zeitablauf undenkbar sei, schwebe das Bild im zeitlosen Raum. Peter Piek hat sich seit 2010 zur Aufgabe gemacht, den Rhythmus des Lebens in kreisrunden Musikbildern festzuhalten, die aus jeder Richtung betrachtet werden können. Diese Musikbilder seien schwerelos, da nicht an Raum und Zeit gebunden.

Das Interesse für Malerei weckten in der Kindheit Bilder von Karl Schmidt-Rottluff, die er bei einem Museumsbesuch mit der Oma in seiner Heimatstadt Chemnitz sah. Gleich wollte er die wilden Pinselstriche und bunten Farben selbst ausprobieren. Die Musik kam im Alter von 12 Jahren hinzu, seitdem spielt er Gitarre, Klavier und Schlagzeug, tourte mit verschiedenen Bands – unter anderem mit The Colours (sic!) – und schreibt eigene Lieder. Er studierte an der Leipziger HGB, schmiss das Studium nach dem Vordiplom aber aus Protest an der Kunsthochschule als Institution hin und lebt seitdem als freischaffender Maler und Musiker in Leipzig und der Welt. Auf Tour ist er permanent, an die 500 Konzerte spielte er in Europa, in den USA und in China. Als wäre das nicht genug, schrieb er gemeinsam mit Michael Goller drei Bücher, gründete die Künstlerinitiative Malfront und das Kulturzentrum PPZK (Peter Piek Zentrum für Kultur).

Seit Ende Januar tourt er mit dem Schlagzeuger Christian Schönholzer in Europa und präsentiert sein neues Album »Cut Out The Dying Stuff«. Auch Leipzig steht auf dem Tourplan: Im Horns Erben steigt am 12. Juni die offizielle Record Release Party. Nach »Say Hello To Peter Piek« (2006) und »I Paint It On A Wall« (2010) ist »Cut Out The Dying Stuff« nun sein drittes Album – das abwechslungsreicher als seine Vorgänger ist. So gibt es minimalistische Stücke und Rocknummern auf Englisch, Deutsch und Chinesisch sowie eine Liebeserklärung an die spanische Kleinstadt Girona. So abstrakt wie seine Malereien sind die Lieder keinesfalls, vielmehr gehen sie mit Leichtigkeit ins Herz. Das mag nicht nur an der eingängigen Songstruktur und den hymnischen Refrains liegen, sondern auch daran, dass er immer wieder vom Verliebtsein singt.

Peter Piek: 12.6., 20 Uhr, Horns Erben

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