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Kunst für den guten Zweck

Benefizauktion zur Unterstützung geflüchteter Studierender

Bild: Clemens von Wedemeyer Größeres Bild

Im Lichthof der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) findet am Mittwochabend eine Benefizauktion zugunsten der geflüchteten Design- und Kunststudierenden statt, die im Rahmen des neuen Programmstudiums Akademie für transkulturellen Austausch (ATA) an der Hochschule studieren. Mehr als 100 Künstler, Gestalter, Galerien sowie Studierende der Hochschule haben ihre Arbeiten für die Auktion gespendet.

Zwischen 10 und 10.000 Euro kann so eine Arbeit schon mal wert sein, die am morgigen Mittwoch ab 19 Uhr an der HGB versteigert werden. Die Erlöse kommen den geflüchteten Teilnehmern der Akademie zugute, die damit finanzielle und bürokratische Hürden in ihrem Alltag besser bewältigen können sollen. Die Auktionatoren sind Akteure aus dem Leipziger Kunstfeld wie die Direktorin der Galerie für zeitgenössische Kunst, Franciska Zólyom, Marcus Andrew Hurttig vom Museum der bildenden Künste, die Galeristin Arne Linde (ASPN), sowie der Vorstandsvorsitzende des HGB-Freundeskreises André Soudah. Der von Studierenden der Hochschule initiierte Aufruf stieß auf große Solidarität unter den Kunstschaffenden, die teilweise gleich mehrere Werke spendeten. »Wir sind positivst überrascht«, sagt HGB-Sprecherin Meike Giebeler, die Liste der teilnehmenden Künstler werde immer länger.
Überwiegend kleinformatige bis mittelgroße Arbeiten wie Postkarten-Editionen, Druckgrafiken, Malereien oder auch eine Schmuckdose sind Teil des Auktionsbestandes. Studierende, Absolventen, ehemalige und aktuelle Professoren der Kunsthochschule engagieren sich mit ihren gespendeten Werken, wie beispielsweise Egbert Herfurth, Yvonne Kuschel, David Schnell und Bertram Kober.
Auch Rayan Abdullah, Professor für Typografie an der HGB, ist unter den Spendern. Der aus dem Irak stammende Dozent pflegt ein Netzwerk zu nach Deutschland geflüchteten Kunstschaffenden aus dem arabischen Raum und leitete die im Herbst 2015 gebildete Arbeitsgruppe. Im Juni diesen Jahres führte dies schließlich zur Gründung der ATA.
Eine Studentin und vierzehn Studenten können seit diesem Wintersemester ihre künstlerische Ausbildung, die sie aufgrund von Krieg und Flucht im Heimatland abbrechen mussten, in dem viersemestrigen Studienprogramm an der HGB fortführen und abschließen. Ein Wechsel in das reguläre Diplomstudium sei dabei jederzeit möglich.
In der Aufnahme von geflüchteten Designern und Künstlern sehe die Kunsthochschule auch die Aufgabe, Transkulturalität im Studienalltag zu leben. So würde sie nicht nur ihre Willkommenskultur für ausländische Studierende und Lehrende weiterentwickeln, sondern auch die Internationalisierung der Lehre fördern. ATA ist das Ergebnis einer Gesamtinitiative der HGB, an der auch die Studierenden aktiv beteiligt sind.

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